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Auf Tuchfühlung mit den Wildkräutern – mein Seminarbericht

So abwechselungsreich ist mein Salat seit dem Wildkräuterkurs

So abwechselungsreich ist mein Salat seit dem Wildkräuterkurs

Kleine, herzförmige Blätter am Boden sind die ersten Frühlingsboten. Bald schon kommen gelbe Blüten nach. „Aber die eigentlich Kraft liegt unter der Erde“, sagt Victoria und lockert mit einem kleinen Spaten den Boden. Dann zieht sie die Wurzeln heraus und streift vorsichtig die Erde ab. Winzige Kartöffelchen kommen zum Vorschein. „Stellt euch vor, wie bei einem starken Regenguss plötzlich hunderte dieser Wurzeln frei lagen – die Menschen dachten, der Himmel hätte ihnen Nahrung geschickt.“ Nahrung, die sie gesund hielt. Die Pflanze, die gerade im Wildkräuterkurs der Wegwarte begutachtet wird, heißt Scharbockskraut und steckt voller Vitamin C. Dieses wiederum schützte vor Skorbut. Und „Scharbock“ war die altertümliche Bezeichnung der Vitaminmangelkrankheit.

Persönliches Seminarziel: Speiseplanerweiterung und Ruhe

Ob Gundermann, Knoblauchrauke oder Spitzwegerich: Mein Hauptziel, als ich mich beim Wildkräuterseminar von Victoria Günter-Pavel und Karl Raczek anmeldete, war, die Leckereien unserer Wiesen und Wälder künftig selbst erkennen und meine Speisen damit zu verfeinern. Nebenziel: Ruhe. Einfach mal drei Tage entspannen fernab vom Alltag. Und diese Entspannung beginnt eigentlich schon vor Kursbeginn, als ich einem Arbeitgeber nach dem anderen mitteilte, dass ich ihm schönen Odenwald vermutlich keinen Handyempfang haben werde.

Aber die Seminare der Wegwarte bieten noch mehr. Es geht auch darum, den Körper zu entgiften und besser kennen zu lernen, die eigenen Ernährungsgewohnheiten – und vielleicht auch ein bisschen die Lebensgewohnheiten – zu überdenken und den Kontakt zur Natur zu spüren.

Der Tag beginnt mit Öl im Mund

Ein Seminartag beginnt dabei äußerst unangenehm: Mit einem Esslöffel Sonnenblumenöl, der zehn Minuten im Mund bleiben und durch die Zähne gesaugt werden soll. Dieses kaltgepresste Öl schmeckt widerlich – unterstützt aber den Entgiftungsprozess und soll rundherum die Gesundheit stärken. Genauso wie das Wasser mit Heilerde, das direkt nach dem Ölkauen getrunken wird. Ich merke vor allem eines: Der unangenehme Geschmack, den man oft nach dem Aufstehen im Mund hat, ist sofort weg. Zudem löst sich der Schleim. Es muss also etwas dran sein an der reinigenden Wirkung des Öls. (Hier habe ich mehr Informationen zum Ölkauen gefunden).

Nach dem Sammeln wird gewaschen und sortiert.

Nach dem Sammeln wird gewaschen und sortiert.

Anschließend gewinnt der Tag für mich enorm: Beim gemeinsamen Yoga mit viel Feueratem werde ich richtig wach, um dann mit einem Teil der Gruppe Brennnesseln fürs Frühstück zu sammeln. Ja, richtig gelesen: Brennnesseln. Außer mir scheint jeder in diesen drei Tagen eine Beziehung zur Pflanze aufzubauen, die es ihm erlaubt, die Brennnesselspitzen ganz ohne Schutz abzuzupfen. Ich hingegen verbrenne mir sogar DURCH meine Handschuhe die Finger. Manchmal ist es eben kein einfacher Weg, an die Heilkräfte der Natur zu kommen. Zudem schmecken Brennnesseln für mich leider nach nicht viel mehr als nach als Heu. Dass Brennnesseln aber wirken, spüre ich sofort, als ich sie – durch den Fleischwolf gedrückt – in meinem Müsli esse: Meine Wangen glühen und ich habe fürchterlichen Durst.

Trinken, trinken und nochmals trinken

Überhaupt die Sache mit dem Trinken: Beim Entgiften ist Kopfweh eine häufige Nebenerscheinung. Und nur eines verspricht Milderung: Literweise Wasser zu trinken. Immer und immer wieder. Viele aus unserer Gruppe, inklusive mir, sind es nicht einmal gewohnt, die empfohlenen 1,5 Liter täglich zu sich zu nehmen. Um tatsächlich auf drei bis vier Liter am Tag zu kommen, lassen wir uns immer wieder ermahnen – mal von unserem dröhnenden Kopf, mal von Victoria und Karl.

Eine Wiese ist nicht nur eine Wiese!

Am Nachmittag findet dann das Herzstück unseres Kurses statt. Wie neugierige Kaninchen kauern wir im Grünen um Victoria herum und lauschen ihren Geschichten über Heilkräfte und Legenden, die mit den einzelnen Pflanzen verbunden ist. Bald schon sieht für mich keine Wiese mehr wie die andere aus. Überall erkenne ich Pflänzchen wieder, pflücke und nasche. Anschließend sammeln wir für den großen Salat zum Abendessen.

Von Säuren und Basen

Der Salat, in dem sich all unsere Kräuter tummeln, bildet das Hauptnahrungsmittel unseres Tages. Dazu hat Karl Raczek Beilagen zubereitet, die entweder basisch, oder neutral sind. Kartoffeln, Gerste oder Quinoa zum Beispiel. So soll der Entgiftungsprozess richtig in Gang gebracht werden und die durch unsere „normale“ Ernährung meist übersäuerten Körper sollen sich erholen können. (Da ich nicht noch einmal alles erzählen möchte, was schon oft gesagt wurde: Hier ein guter Artikel zum Säure-Basen-Haushalt.)

Aus Wildkräutern lassen sich auch fantastische Torten machen.

Aus Wildkräutern lassen sich auch fantastische Torten machen.

Am Abend haben wir ein ruhiges Programm – wir massieren uns gegenseitig die Füße, entgiften weiter mit warmen Leberwickeln und gehen vor allem früh ins Bett.

Was meine Entgiftungserscheinungen angeht habe ich Glück: Mich plagen Kopfweh, mein Gesicht ist plötzlich ein pickliger Streuselkochen, mein Schweiß riecht streng und ich muss viel schlafen. Andere entgiften plötzlicher und schmerzvoller: mit Bauchkrämpfen, Tränen, Übergeben.

Ist es das wert? Ja!

Die eigentlichen Früchte meiner Entgiftungsarbeit und meiner Zeit mit mir selbst ernte ich erst zuhause: Ich habe seit Monaten nicht mehr so viel Energie gespürt wie in den Tagen nach der Kur. Ich stehe wieder gerne auf – ich sprudle vor Ideen. Vor dem Seminar hatte ich wochenlang an der Schwelle zu einer Erkältung gestanden, die nicht so recht ausbrechen wollte, deren Kopfweh und Müdigkeit aber meine ständigen Begleiter waren. Diese Erscheinungen sind wie weggeblasen.

Aber nicht nur körperlich hat mir die Zeit gut getan. Ich bringe eine Gelassenheit gegenüber meiner unsicheren beruflichen Situation mit, die ich so von mir nicht kenne. Und die ich mir hoffentlich lange Zeit erhalten kann. Dazu haben auch die vielen guten Gespräche geführt, die ich mit den Kursteilnehmerinnen und Leitern hatte. Die Stimmung in diesen Tagen war sehr offen und einfühlsam und nicht nur einmal habe ich gehört, dass es für mich besonders wichtig sei, den Kopf auch mal auszuschalten und mehr auf die innere Stimme zu hören. Keine leichte Aufgabe für eine Akademikerin – aber ich habe die Ohren nun auch nach Innen gespitzt.

Und natürlich bin ich seit meinem Seminar immer wieder mit einem Sammelkörbchen im Freien anzutreffen.

Mehr über die Wildkräuterseminare der Wegwarte findet ihr hier unter www.weg-warte.ch

Wenn ihr jetzt am liebsten selbst suchen gehen möchtet: Ich habe relativ wenige Internetseiten gefunden, mit einer Übersicht an Kräutern. Hier ein Beispiel. Es gibt aber eine recht gute Wildkräuterapp fürs iPhone. Sie heißt „iPan Kräuter“ . Aber natürlich ersetzt nichts den Gang mit einem Kenner ins Grüne, damit ihr die Kräuter auch wirklich einmal seht und riecht. Und wenn ihr unsicher seid, gilt sowieso immer: lieber stehenlassen!

Fastenzeit vorbei – und doch nichts erreicht

Irgendwas ist dieses Jahr gründlich schief gegangen mit der Fasterei. Klar, ich habe auf Fleisch und Alkohol verzichtet. Ja, ich habe tolle neue vegetarische Gerichte genossen und meine Lust auf fleischiges ist noch kleiner geworden, als sie es zuvor war. Und tatsächlich lief es auch in den ersten Wochen mit dem Besinnen und Schreiben sehr gut. Die ersten 20 Roman-Manuskriptseiten stehen wohl auch nur, weil Fastenzeit war.

Über die Wochen hinweg und mit vielen erneuten Lebensumwälzungen ist mir aber das Besinnliche am Fasten verloren gegangen. Insbesondere auf Multi-Tasking zu verzichten wollte mir so gar nicht gelingen. Und da ich nicht selten bis 23 Uhr gearbeitet habe und um 7 wieder auf den Beinen sein musste, ist diesem Durcheinander auch immer häufiger mein Morgenyoga zum Opfer gefallen. Das Ergebnis: unruhiger Geister, schlaflose Nächte – all das, was ich eigentlicht bekämpfen wollte.

Das Erlebnis zeigt mir, dass Fasten als Ernährungsexperiment mir persönlich nicht mehr reicht. Ich wollte die Zeit auch nutzen, um zur Ruhe zu kommen – aber das ist mir leider nicht gelungen. Ich suche also weiter nach kleinen Veränderungen, die helfen, dass ich ruhiger und gelassener werde.  Es fällt mir schwer aus den ruhigen Dingen eine Gewohnheit zu machen, die mir gut tun. Meditieren, Yoga, einfach mal laufen OHNE aufs Handy zu schauen oder ein Hörbuch zu hören, Dinge nacheinander tun.

And the challenge goes on.

Fastenzeit: Auf der Suche nach dauerhaften Veränderungen

Altes abschütteln, Neues entdecken: So stelle ich mir die Fastenzeit vor.

Altes abschütteln, Neues entdecken: So stelle ich mir die Fastenzeit vor.

Schon seit Wochen zerbreche ich mir den Kopf darüber, wie ich dieses Jahr fasten möchte. Für alle die letztes Jahr noch nicht mit dabei waren: Die ursprünglichen katholischen Fastenintentionen treten bei mir etwas in den Hintergrund. Ich nutze die Zeit, um mich einzuschränken und mir aber zum Ausgleich auch bewusst Zeit für Dinge zu nehmen, die mir gut tun. Nur dann habe ich schließlich auch die Chance, etwas aus der Fastenzeit mitzunehmen. Seit der Fastenzeit 2012 jedenfalls bin ich fast zum Ganzjahresvegetarier geworden und Yoga nimmt einen viel wichtigere Rolle in meinem Leben ein als zuvor. Alle Artikel zum Thema Fasten aus dem vergangenen Jahr findet ihr hier – dort fließen auch meine diesjährigen Erlebnisse ein.

Der Plan für dieses Jahr sieht wie folgt aus:

Ab morgen verzichte ich auf…

  • Fleisch (nicht aber Fisch – dem Mann zuliebe, man muss ja auch eine gemeinsame Ernährungsgrundlage finden)
  • Alkohol in jeder Form
  • Süßigkeiten im Übermaß. Das heißt je nur eine süße Kleinigkeit nach Mittag- und Abendessen. Klingt für euch nach viel? Für mich ist es unfassbar wenig und wird mit viel Leid verbunden sein.
  • Multitasking im Haushalt. Das heißt: Jede Aufgabe wird komplett und vor allem achtsam ausgeführt, bevor ich die nächste beginne. Zum Beispiel darf ich nicht mehr weglaufen beim Kochen oder Spülmaschine ausräumen, weil mir gerade etwas Wichtigeres einfällt. Ich konzentriere mich beim Zähneputzen und Haarebürsten vollkommen auf diese Tätigkeit und bleibe dabei präsent im Moment. Kein TV beim Wäschezusammen legen. Erlaubte Ausnahme: Hörbücher beim Putzen. Einfach, weil ich weiß, dass ich sonst gar nicht mehr putzen würde.
  • Push-up Benachrichtigungen auf dem Smartphone. Wenn ich also langsamer bin bei Antworten auf Mails oder Twittermentions – habt Nachsicht: Es ist Fastenzeit.

Ich gönne mir ab morgen…

  • 20 Morgenminuten. Das ist ersmal schrecklich, denn es bedeutet: früher aufstehen. Jeden Morgen. Aber es soll sich lohnen. Das morgendliche Programm beinhaltet: 15 Minuten Yoga und anschließend 5 Minuten Meditation.
  • 15 Minuten Schreibzeit am Abend. Am liebsten für mein literarisches Projekt. Aber weil ich wirklich an dem Schreiben möchte, was mir Freude macht, kann es wahlweise auch mal etwas tagebuchartiges oder hier ein Blogeintrag sein. Hauptsache die Finger fliegen über die Tasten oder der Stift kritzelt auf dem Papier. Denn mal ehrlich: dafür, dass ich nichts kenne, was mich glücklicher macht, schreibe ich eigentlich viel zu wenig…

Das ist also mein Fastenprogramm 2013. Vielleicht ist ja etwas dabei, was euch auch anregt. Lange habe ich überlegt, ob ich nicht beim Konsumfasten von zwei wunderbaren Bloggerinnen mitmache (Infos hier). Aber leider kommt das zeitlich bei mir mehr als ungeschickt, da ich Ende Februar plane meine im Keller verlorene Sommergaderobe, sowie ein schickes Buissinessoutfit für meine Bachelor-Zeugnisüberreichung zu kaufen. Dafür sind die Reisen schon geplant (ich shoppe ja immer woanders…). Aber im kommenden Jahr kann ich mir das auch gut vorstellen.

Ich freue mich, wenn ihr an meinen Fastenerlebnissen teilhabt, mit mir leidet und genießt.

Unverblümte Kaufempfehlung für Yogis und Yoginis – die Jade-Matte

Dass die neue Matte zum Meditationskissen passt ist natürlich reiner Zufall 😉

Ich habe mir etwas Teures gekauft. Und das kommt bei mir wirklich sehr selten vor. Nicht nur, weil das Budget dafür eigentlich nicht vorhanden ist, sondern auch, weil ich einfach sehr schwäbisch erzogen worden bin. Ich habe gelernt, dass man nur lange genug suchen muss, dann findet man auch etwas günstiges, was genauso gut ist wie die Luxusversion. Aber es gibt natürlich Ausnahmen. Und deshalb bin ich jetzt Besitzerin einer JadeYoga Harmony Professional in Orchid. (Ich würde sie wunderbar fliederfarben nennen…)

Dass ich mir in meinem neuen Yogastudio, wo ich seit drei Monaten regelmäßiger Gast bin, soviel mehr zutraue als daheim, im Unisport oder auch in anderen Studios, liegt vor allem an dieser Matte. Ich rutsche nicht mehr ab. Hände und Füße kleben an dieser Matte wie Geckofinger an der Wand! Und ich habe mit anderen Matten wirklich schon viel probiert, Handtücher drüber, immer wieder waschen… Vielleicht bin ich einfach so ein Schisser, dass ich gerade in den Asanas, in denen der Bodenhalt so wichtig wäre immer langsam wegrutsche – dementsprechend verkrampft bin ich dann auch.

Eine Struktur, die auch schwitzende Hände und Füße hält

Also habe ich Geld in die Hand genommen und mir diese Matte gekauft. Um mögliche Nachahmer vorzuwarnen: Sie ist richtig, richtig schwer. Also wirklich etwas für Zuhause – nicht für auf Reisen. Dadurch liegt sie aber auch gut am Boden. Außerdem riecht sie nach Gummi. Das soll sich irgendwann verflüchtigen – aber unsere Studiomatten sind schon lange im Einsatz und werden nach jeder Stunde mit Wasser und Teebaumöl gereinigt (eine Sitte, die es nur in Schweizer Yogastudios gibt, habe ich mir sagen lassen…). Sie riechen immer noch etwas. Aber sonst ist sie wirklich großartig. Weich genug, dass ich sie nicht umknicken muss, für die Übungen auf den Knien balanciert, aber auch nicht so dick, dass man bei Balanceübungen daneben stehen muss. Ausserdem ist sie – für die Ökos unter den Yogis – aus Naturgummi und für jede verkaufte Matte wird ein Baum gepflanzt.

Dafür ist der Spaß nicht billig. Aus Amerika importiert, kostet sie in Deutschland 59 Euro plus Versand. In der Schweiz zahlt man 85,90 CHF. Aber wenn ihr in ein Studio geht und jetzt auch angefixt seid, fragt doch mal euren Yoga-Coach. Die bekommen häufig Rabatt. Ich hatte Glück und habe meine für 65 CHF bekommen „weil sie schon so lange rumsteht“. Da kommt halt doch wieder die Schnäppchen liebende Schwäbin in mir durch.

Das war es auch schon. Ich gehe wieder auf die Matte. Namasté!

Meine ultimative Yoga-DVD-Liste (mit Trailern)

Frau braucht ja Ersatzdrogen. Und da ich derzeit faste, beschäftige ich mich mehr mit Yoga und will euch auch davon profitieren lassen.

Yoga ist ein fester Teil meines Lebens geworden. Und danach sah es beim ersten Versuch wirklich noch nicht aus. Damals fühlte ich mich schlicht zu ungelenk und unesoterisch.

Aber dann kamen die Rückenschmerzen und Rückenyoga half. Es folgte Poweryoga im Unisport und das Training wurde nach und nach zu meinem wöchentlichen Highlight. Heute gehört Yoga für mich zu Alltag – auch wenn ich den Plan, täglich mindestens eine Viertelstunde zu trainieren, nicht immer durchhalte. Aber damit es  fast täglich klappt, brauche ich Trainingsprogramme für zuhause. Und da ich nicht gerne alleine trainiere, habe ich mir viele DVDs und auch eine CD zugelegt. Diese möchte ich euch heute mit meinen Erfahrung vorstellen, da ich weiß, dass sich viele von euch auch für Yoga interessieren. Die Reihenfolge: von der subjektiv besten zur schlechtesten. Wobei mir das Sortieren der ersten DVDs etwas schwer fällt, da sie für unterschiedliche Zwecke jeweils auf ihre Weise großartig sind.

Eins liegt mir noch am Herzen, bevor es losgeht: Ich würde euch dringend raten, nicht einfach eine DVD zu kaufen und loszulegen, sondern zunächst irgendwo einen Kurs oder zumindest eine Schnupperstunde zu besuchen. Die Hände, die euch in die richtige Position drücken, damit ihr auch wisst, wie sich „der herabschauende Hund“ wirklich anfühlen sollte, sind unverzichtbar! Keine Beschreibung der Welt kann sie ersetzen.

Platz 1: Yoga everyday mit Ursula Karven

Sieben 15-Minuten-Programme für das tägliche Training – genau die richtige Länge. Und die meisten Programme gefallen mir auch wirklich gut. Mein persönliches Highlight ist Tag 3 – die Balance-Techniken. Hier habe ich, obwohl ich schon über ein Jahr trainiere, noch neue Positionen wie die „Dancing Shiva“ kennen gelernt. Aber auch Tag 1 ist fantastisch. Einziger Nachteil der DVD: die Übungen werden sehr schnell abgehandelt – mein eigener Yoga-Atemrhythmus, den ich mir in anderen Übungseinheiten angeeignet habe – ist viel langsamer. Und der Atem spielt ja durchaus eine zentrale Rolle im Yoga. Aber so ist das wohl, wenn man möglichst viel Wohltuendes in 15 Minuten packen will. Aus demselben Grund halte ich die DVD auch nicht für geeignet für Anfänger: wenn Positionen nicht lange gehalten werden, können sie auch nicht gut wahrgenommen und korrigiert werden. Für alle anderen: Unbedingte Empfehlung.

Und ein Preistipp: Yoga everyday gibt es auch für 2,99 Euro als iPhone-App. Bei mir allerdings mit einem kleinen Programmierfehler: der Ton läuft nur, wenn die Stöpsel in den Ohren sind (sehr unpraktisch beim Yoga) oder eine Box via Aux-In-Kabel angeschlossen wird.

Hier ein Trailer, für alle die auch noch herausfinden möchten, ob sie Yoga Everyday auch optisch ansprechen würde:

Platz 2: Yoga del Mar mit Ursula Karven

Diese DVD sorgt für brennende Schenkel und zitternde Knie: eine Stunde Poweryoga – entweder im Anfänger- oder im Fortgeschrittenenmodus. Beides ist sehr anstrengend und genau das richtige, wenn man Yoga sehr sportlich üben möchte – zum Beispiel anstatt eine Stunde in Fitnessstudio zu gehen. Muskelkater inklusive. Dazu gibt es wunderschöne Bilder, da direkt am Meer trainiert wird. Da kommt einem das eigene Wohnzimmer dann manchmal schäbig vor.

Aber schaut selbst: Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem Anfängerprogramm:

Platz 3: Rückenyoga  von Anna Trökes

Mit dieser DVD (normalerweise gibt es auch noch ein Buch dazu, aber ich habe nur mit der DVD losgelegt) hat alles angefangen. Denn mit den Übungen, die wirklich gut verständlich, langsam erklärt und nicht zu anstrengend für Yoga-Neulinge sind, habe ich meine Nackenschmerzen mildern können – tja, und schmerzfrei sein macht bekanntlich süchtig. Heute mache ich die Übungen nur noch, wenn ich akut Verspannungen loswerden will oder nicht so wirklich Lust auf Sport habe – an anderen Tagen greife ich lieber zu härteren Mitteln. Aber dennoch eine absolute Empfehlung  für alle die Probleme mit dem Rücken haben. Es gibt ein einstündiges Gesamtprogramm und viele kurze Spezialprogramme. Einziger Wermutstropfen: diese werden einfach aus den Einzelübungen des ganzen Programms zusammengesetzt. So sagt zum Beispiel die Sprecherin in der Morgenübung, dass man die Stellen finden soll, die sich „den Tag über zusammengezogen haben“, was ziemlich irritierend ist und leicht hätte vermieden werden können.

Und hier der Trailer zur DVD (wie gesagt mit Buch erhältlich im Handel):

Platz 4: Yoga for feeling stronger every day mit Yogi Marlon

Diese DVD habe ich mir in Australien nach einem harten Arbeitstag in der Milchshakebar zugelegt – den ganzen Tag stehend Shakes zubereiten, kann einem den Rücken schon ziemlich ruinieren auf die Dauer. Daher ist sie natürlich auf Englisch und meines Wissens gibt es auch keine deutsche Version.

Die Aufnahmen wirken wie mit der Heimvideokamera auf einem schäbigen Teppich im Wohnzimmer gedreht. Aber was man Yogi Marlon lassen muss, ist dass sie jede einzelne Haltung und auch die Yogaatmung werden wundervoll und bis ins Detail erklärt. Daher wäre die DVD eigentlich auch super für Anfänger geeignet – nur sind die 20 bis 25 Minuten-Übungen leider, bis auf die erste vielleicht, für Ungeübte wohl etwas zu heftig – auch wenn Marlon oft auch Alternativen anbietet, die die Positionen etwas erleichtern. Auch übt man am besten, wenn man alleine zuhause ist, denn so manche Hechelübung sollte wohl besser privat bleiben. An Marlon mag ich, dass sie auch etwas exotischere Yogahaltungen mit mir ausprobiert, die ein bisschen mehr Übung erfordern. Die Krähe zum Beispiel. Ich benutze die DVD daher an jenen Tagen, an denen ich kurz, aber intensiver als bei Yoga everyday trainieren möchte.

Einige Ausschnitte aus Yogi Marlons DVDs gibt es auch auf Youtube. Für alle, die nur Reinschnuppern wollen, oder sich vielleicht sogar den UK-Import sparen.

Wie ich gesehen habe, gibt es aber auch für wenige Euro noch  einige gebrauchte Exemplar im Amazon Marketplace.

Platz 5: Power Yoga mit Ursula Karven

Schon wieder Ursula Karven? Das liegt nicht etwa daran, dass ich einen Exklusivvertrag mit der Schauspielerin habe (wäre ja schön…), sondern einfach daran, dass mich Yoga Everyday und Yoga del Mar so überzeugt haben, dass ich mir auch die erste DVD von Frau Karven noch zulegen wollte. Diese hat mich aber ehrlich gesagt etwas enttäuscht: nur ein Übungsprogramm à 51 Minuten und ein bisschen Meditation – das war es. Zudem muss man, bis es mal losgeht mit Turnen, umständlich die Vorstellung der einzelnen Mitwirkenden vorspulen. Und auch bei den Übungen war im Vergleich zu Yoga del Mar dann nichts mehr Neues für mich dabei. Dennoch habe ich die DVD schon einige Male zum Üben benutzt. Sie ist für mich für genau jene Tage das Richtige, an denen ich ein längeres, aber nicht ganz so anstrengends Programm wie Yoga del Mar absolvieren möchte.

Hier noch für euch der Trailer:

Platz 6: Yoga – Fitness und Entspannung – CD und Booklet von Tchibo

Diese CD ist für Anfänger – und ich war ein blutiger, als ich sie mir zugelegt habe – völlig ungeeignet. Heute ist mir zwar klar, welche Haltungen jeweils gemeint sind, aber ich weiß ich leider dennoch nicht, was ich mit der CD anfangen soll, da die Haltungen einfach lieblos aneinander gereiht sind, ohne dass eine harmonische Übungseinheit entsteht. Ein Schnäppchen, das sich nicht lohnt. Also geratet nicht in Versuchung, wenn Tchibo mal wieder Ähnliches anbietet, sondern legt euch lieber etwas Richtiges zu.

Das war meine Zusammenfassung für heute. Da mir beim Üben schnell langweilig wird, probiere ich immer wieder neue DVDs und auch CDs aus. Vielleicht kann es also schon in ein paar Monaten schon die nächste Yogaliste geben. Vielleicht habt ja auch ihr Tipps für mich? Bis dahin viel Spaß beim Üben und Namaste!

Die ersten Tage sind die schwersten…

Erst drei Tage ist es her, da ich euch von meinem Fastenvorsatz erzählt habe. Auf Fleisch, Alkohol und Push-Funktionen auf dem iphone möchte ich bis Ostern verzichten. Bisherige Auswirkungen? Ich futtere tafelweise Schokolade, bestelle mal eben für 600 Euro bei Zalando (obwohl es ursprünglich nur eine 34 Euro Yogamatte für besseres Training werden sollte), renne ständig zum Handy, um meine Programme dann eben manuell abzurufen, und schaue mir Videos mit tanzenden Kühen an. Entzugserscheinungen? Ruhiger werde ich so jedenfalls nicht.

Was besser funktioniert als das Verzichten, ist das Kompensieren. Statt der bisher angedachten 15 Minuten Bewegung, war ich bisher jeden Tag eine ganze Stunde aktiv: intensivstes Poweryoga und Schwimmen.

So war es schon immer: Etwas zu tun fällt mir so unendlich viel leichter als etwas zu lassen.