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Mit Smalltalk voll ins Fettnäpfchen

Ich mag keinen Smalltalk. Wobei nicht mögen eigentlich untertrieben ist: Ich KANN keinen Smalltalk. Stell eine neue Person vor mich hin und schon nach wenigen Minuten werde ich ihr eine sehr persönliche und sehr tief gehende Frage stellen – was mal sehr gut, mal überhaupt nicht ankommt.

Letzte Woche wurde mir der Studienkollege eines Freundes vorgestellt – und man stand so rum mit Sekt in der Hand – eine typische Smalltalk-Gelegenheit eben. Ich entdeckte einen Ring an seiner rechten Hand und wunderte mich etwas – er sah noch sehr jung aus. Ein Freundschaftsring ist in der Schweiz nichts seltenes – aber eben an der linken Hand.Der Beziehungsstand ist kein allzu intimes Thema, wenn man ihn schon so offen an der Hand trägt, befand ich. Und fragte als, ob er schon verheiratet sei.

Er, lächelnd: Nein.

Ich: Aber warum trägst du dann den Ring an der rechten Hand?

Der Freund springt helfend ein: Weißt du, wenn man schon acht Jahre in einer Beziehung ist..

Ich: Verstehe.

Und hake noch einmal nach: Nach wievielen Jahren hat der Ring denn bei dir so die Hand gewecheselt?

Er: Er war immer an der rechten.

Da dieses Thema nicht allzu ergiebig schien, wechselten wir dann also hin zu einem anderen. Auf der Heimfahrt dann fragte mich mein Kollege, ob ich denn so hätte auf diesem Thema rumhacken müssen.

Ich: Hab ich doch gar nicht – wieso?

Er: Ja, hast du nicht gesehen, dass er ihn links gar nicht hätte tragen können, den Ring?

Ich: Nein, wieso denn?

Er: Weil ihm dort zwei Finger fehlen.

Alltagsironie: Meine Rollersturzanekdote

Es war ja nicht so, dass mein Vater mich noch gewarnt hätte: Ja niemals Roller fahren, wenn es glatt sein könnte. Aber es war früh am Morgen, ich hatte es eilig und wer mit dem Fahrstuhl einfach nur in die Tiefgarage fährt, sieht ja auch gar nicht, dass es draußen schneit.

Jedenfalls passierte es schon in der zweiten Kurve – noch in Sichtweite von Zuhause. Der Roller rutschte einfach so unter mir weg und der Versuch ihn mit Knien und Füßen schon im Fall wieder aufzurichten scheiterte. Da lag ich – auf der eisigen Straße mitsamt Roller am Boden.

Voller Adrenalin riss ich das Gefährt wieder nach oben (wer hätte gedacht, dass ich soviel Kraft habe?) und wollte schon weiterfahren, da standen zwei Männer vor mir und redeten auf mich ein: „Geht es dir wirklich gut? Zeig mal deine Knie? Bist du ganz sicher, dass du weiterfahren willst?“

Ich stand wohl unter Schock, denn mein einziger Gedanke war: Ich muss zur Arbeit! Also stammelte ich: „Jaja, ist eben nur ein bisschen glatt heute…“

Plötzlich blickten die Männer schuldbewusst zu Boden: „Wir sind ja dran – wir können nur nicht überall gleichzeitig sein.“

Verwirrt schaute ich auf und suchte mit meinem Blick nach dem Fahrzeug, aus dem die Männer gestiegen waren, um mich zu versorgen. Es war ein Streufahrzeug.