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Liebe Busfahrer – mein Leben ist voll super organisiert – ehrlich jetzt!

Auf der Buslinie zu meiner neuen Arbeitsstelle – wo ich mir bis Ende des Jahres völlig sinnlos meine Energiereserven aufbrauche – muss man mich für den chaotischsten Menschen der Welt halten. Ich gebe zu: Die Indizien sprechen tatsächlich gegen mich. In den vergangenen Wochen haben Busfahrer und Mitfahrende Folgendes beobachten dürfen:

1. Lara verliert ihre Busfahrkarte irgendwo in der Fußgängerzone, wühlt aber die ganze 20-minütige Fahrt in ihrer riesigen Handtasche und verspricht: „Ich hab sie gleich!“ Der Busfahrer lässt sie dann kopfschüttelnd aussteigen. „Bringen Sie sie halt das nächste Mal mit!“

2. Schussel haben ja manchmal großes Glück – deshalb bekommt Lara ihre Busfahrkarte von einem anonymen Finder zurück (DANKE)! Am nächsten Morgen läuft sie gemütlich zum Bus, der ihr leider schon entgegen kommt. Falsch auf die Uhr geschaut? Der Busfahrer interpretiert die entgleitenden Gesichtszüge richtig und hält wenige Meter weiter unplanmäßig. Das überhebliche Grinsen und die anklagenden Blicke als Lara schließlich atemlos auf den Sitz sinkt, kennt sie schon. Denn in diesen zwei Wochen Buserlebnis hat sie es

3. noch nie geschafft die Busfahrkarte bereits in der Hand zu halten, als sie eingestiegen ist – egal wie lange sie bereits an der Haltestelle saß und

4. beim Ausstieg nie die Jacke angehabt, oder gar alle Bücher und den Laptop in der Tasche verstaut. Stattdessen wurde alles irgendwie chaotisch unter den Arm geklemmt. Der hektische Blick zurück auf den Sitz, ob auch nichts vergessen wurde, ließ so manchen vermuten, dass Lara hier das erste Mal aussteigt. Was natürlich Blödsinn ist. Die Haltestelle kommt nur immer genau so plötzlich wie Weihnachten.

A propos Weihnachten. Genau dieses Fest ist in diesem Jahr ein hervorragendes Beispiel dafür ,wie wunderbar organisiert ich bin. Wir schreiben den 2. Dezember und mir fehlt nur noch ein einziges Geschenk – dies wird morgen besorgt mit dem zu Beschenkenden. Und das obwohl ich derzeit 100 Prozent und mehr arbeite, studiere, mich nachts bewerbe und in den wenigen freien Minuten versuche liebevolle Freundin zu sein. Welch Organisationsaufwand das mit sich bringt, das brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Und dennoch würde ich es zu gerne mal all jenen ins Gesicht reiben, die mein Buschaos mit einem verächtlichen Lächeln strafen.

Aber wahrscheinlich bin ich auch einfach nur neidisch. Liebe noch nicht existente Blogleser. Wie schafft ihr es auf Bus- und Zugfahrten und während Wartezeiten an Haltestellen zu lesen und zu arbeiten und trotzdem im richtigen Moment ÖV-konform zumindest soweit zu funktionieren, dass der Fahrplan nicht euretwegen eine Verzögerung erfährt?