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Liebeserklärung an die Schweiz

Ein Tag auf Brienzer und Thuner See und ich bin wieder völlig verliebt in die Schweiz. Wer über das gletscherblaue Wasser zwischen den Bergen schwebt, sieht locker darüber hinweg, dass er/sie hier immer wieder auf Deutschen-feindliche Sprüche trifft. Aber seht selbst. Aufs Bild klicken und zum Album kommen…

Fastenbrechen in Sicht – ein erstaunlich mulmiges Gefühl

Letztes Fastenmahl

In wenigen Stunden ist es soweit: Mit dem Ostersonntag enden sieben alkohol-, fleisch- und iPhone-Push-Funtkionen-freie Wochen.

„Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl“, meinte der Mann vorhin – und ich muss zugeben, mir geht es nicht anders. Natürlich sind unsere Pläne für das Fastenbrechen auch viel zu extrem. Wir sind zum sechsgängigen Osterbrunch eingeladen – bei einer polnischen Familie. Und so wie ich polnische Feste kenne, sind viel Alkohol und viel Fleisch unverzichtbare Bestandteile. Anschließend stehen zwei meiner Mädels in den Startlöchern, um mit uns abends endlich mal wieder „so richtig feiern zu gehen“. Falls wir bis dahin noch nicht mit Magenverstimmungen und völlig betrunken zusammengebrochen sind. Doch das zu extreme Fastenbrechen ist nicht das einzige, was mir ein mulmiges Gefühl macht.

Die Fastenzeit war erstaunlich bereichernd und hat sich sehr selten nach Verzicht angefühlt. Ich habe die Erfahrung, dass der Mann von sich aus mitmachen und mit mir eine Solidargemeinschaft bilden wollte (trotz ausgeprägter Fleischsucht seinerseits) sehr genossen. Ich habe viele neue Speisen kennengelernt, ein herrliches Kräutergärtchen angepflanzt, viel Zeit draußen verbracht, viel Yoga gemacht und erlebt, dass sogar meine urschwarzwälderische Familie Verständnis für unsere Idee gezeigt hat – auf einem Familienfest mit selbsterlegtem Reh.

Außerdem habe ich viel darüber nachgesinnt, warum es so schwierig ist akzeptiert zu werden, wenn man das geliebte Glas Wein eben nicht mit trinkt, habe erfahren in welchen Restaurants Vegetarier respektiert und gefördert werden und die Ruhe ohne meine ständige iphone-Push-Nachrichten konnte ich  manchmal sogar auch genießen.

Außerdem ist mir gerade beim Fleisch klar geworden: Ich brauche das eigentlich nicht. Im Gegenteil: Ich fühle mich oft künstlich voll nach dem Fleischessen. Und ich liebe doch auch fast alle Tierchen. Der Gedanke, jetzt wieder ein totes Tier zu verspeisen, fühlt sich irgendwie falsch an. Auch wenn ich mich gleichzeitig sehr auf die eher abstrakteren Aufschnitte (Schinken! Salami! Speck!) freue. Aber ob mir so ein ganzes Steak noch schmeckt?

Während ich mit dem Mann das von ihm gekochte (oben abgebildete und unheimlich köstliche) letzte Fastenmahl genoss, haben wir überlegt, wie wir es schaffen, nicht wieder in übermäßigen Fleisch- und Weinkonsum zurückzufallen – obwohl wir wieder „dürfen“. Die Idee sich selbst Obergrenzen zu setzen, behagt ihm nicht so recht. Mein Vorschlag war: Nicht mehr als drei Portionen Fleisch die Woche, wobei auch die Schinkenscheibe auf dem Brötchen als Portion zählt. Und Wein nur am Wochenende. Ich verstehe jedoch sein Unbehagen sich etwas auf Dauer zu verbieten, und eben nicht nur für sieben Wochen. Nur fällt mir nicht so recht ein, wie ich sonst das wundervolle „wir können auch ohne“-Gefühl und eben auch eine gewisse Mässigung erhalten könnte.

Habt ihr eine Idee?

Ich blogge zu lange Beiträge und frage mich gerade, ob die überhaupt jemand bis zum Schluss liest. Wer es geschafft hat, dem gelten nun meine besonders herzlichen Ostergrüße. Genießt die Feiertage auf eure Weise – ob mit oder ohne Fleisch, mit oder Alkohol, der Internetsucht fröhnend oder den PC-versteckend!

Kinder, Kinder

Es war Mitleid. Dieses nette Lächeln, dass mir der auffällig gutaussehnde Mann dort eben in der Straßenbahn zugeworfen hatte, war mir zunächst völlig rätselhaft, aber plötzlich ging mir auf, was es bedeutete. Ich müffle wie ein vor zwei Wochen überfahrener Iltis am Straßenrand, die fettigen Haare hängen wie sorgfältig sortiertes Lametta vom Kopf, mein Gesicht zeugt von wenig Zeit – für Schlaf ebenso wie für Schminke, meine Kleiderauswahl vor allem von praktischem Denken (und die Knie vom Rollersturz am Morgen – aber dazu ein andermal mehr). Während ich dem zornig-schreienden Anderhalbjährigen zuerst Essen, dann den Schnuller, dann körperliche Nähe, einen Platz im Kinderwagen, einen auf dem Straßenbahnsitz, sein Fläschchen, Wiegebewegungen,  und dann wieder etwas zu Essen anbiete (in der Hoffnung, dass er den Beginn der Reihe vielleicht schon vergessen hat), versuche ich die bösen Blicke der anderen Mitreisenden zu ignorieren und denke über dieses Lächeln nach. Klar – das kann nur Mitleid sein. Mein Auftreten hier, lässt sicher auch vermuten, dass ich das nicht nur einmal in der Woche mache, sondern die Mutter dieser Kinder bin. Jetzt poltert der Schuh des Kleinen durch die Bahn und fällt in den Ausstieg. Mit der einen Hand fische ich ihn heraus, mit der anderen hindere ich das schreiende Kleinkind am Hinterherrollen, mit der Hüfte halte ich den Kinderwagen fest. Nur fehlen mir jetzt leider zusätzliche Gliedmaßen. Die große Schwester meines Zornigels hat nämlich meinen Moment der völligen Überforderung genutzt (Moment?), ist vom Sitz aufgestanden und ebenfalls hingefallen. Ich blicke nur eine Millisekunde über den Flur. Das Lächeln ist immer noch da. Nicht hämisch. Nicht interessiert.  Sondern voll ehrlichem Mitleid. Schon spüre ich die Schameshitze aufsteigen, die meinen Iltisgeruch noch besser zur Geltung bringen wird.

Drei mal zehn Stunden. Länger war meine Babysitterkarriere nicht. Eine kurze Übergangslösung auf meiner verzweifelten Suche nach einem neuen Job. Aber offenbar genug Zeit, mitleidige Blicke auf mich zu ziehen. Dabei hat dieser junge Mann doch lediglich einen Ausschnitt des Dramas einsehen können. Dass am Morgen noch gelbe Soße aus dem Nacken des Zornigels tropfte, die Dreijährige kurz vor Heimkehr der Eltern noch das gesamte Bad unter Wasser setzte, ich den insgesamt fast 50 Kilogramm schweren Kinderwagen mit beiden Kids und allem Zubehör noch 20 Minuten einen steilen Berg hochschieben musste und anschließen drei Tage mit einer Magen-Darm-Grippe flach lag, die ich auf genannte gelbe Soße zurückführte – all das konnte er ja nicht ahnen.

Oder konnte er? Zugegeben, ich bin ein naiver Neuling in diesem Job. Von den kleinen und großen Katastrophen, die das Leben mit Kindern so mit sich bringt, hatte ich sehr wahrscheinlich weniger Ahnung als jeder, der die Straßenbahnszene beobachtete. Kinder hatten mich ohnehin bis vor einem oder zwei Jahr noch völlig kaltgelassen. Wenn sie laut waren auch genervt. In meiner Familie hatte ich wenig Kontakt mit diesen mir fremden, und irgendwie unfertigen Wesen.

Dann fing die Sache mit der inneren Uhr an. Und der neue Mann in meinem Leben hatte plötzlich ein sehr liebenswertes Patenkind, das auch noch fünf zuckersüße Geschwister in allen Altergruppen mitbrachte. Der große Mann ging so liebvoll sanft und zugleich auch bestimmt mit dieser Schar um, dass ich das Gefühl hatte, ihn unbedingt auch mal mit den Produkten unserer Genmischung spielen sehen zu wollen.

Dass Mutter sein hart ist, war mir theoretisch auch schon vor meiner Babysittererfahrung klar. Dass ich in drei Tagen selbst nur einen Ausschnitt aller möglichen Katastrophen erlebt habe, ebenfalls. Mein Respekt, den ich jedem Elternteil dort draußen für das tägliche Überleben entegen bringe, ist dennoch durch diese Erfahrung sprungartig ins Unendliche gewachsen.

Doch auch von den wundervollen Dingen, die ein Leben mit Kindern zur Bereicherung machen könnten, habe ich einen Ausschnitt mitnehmen dürfen. Die Dreijährige weiß nun dank mir, was das Wort „Sturm“ bedeutet. Der Zornigel hat sich, wenn ihm etwas bedrohlich erschien, sofort vertrauensvoll  in meine Arme gestürzt, die ihm doch eigentlich fremd waren. Ich habe viele wunderschöne Kinderbücher vorgelesen und gemerkt, wie großen Spaß all die neuen Geräte auf den Spielplätzen machen, die es zu meiner Zeit noch nicht gab. Ich weiß jetzt genau wie man eine Hello Kitty zeichnet. Wehe, ihr kommt auf die Idee, die Schleife erst zum Schluss aufsetzen zu wollen – sie ist das Wichtigste! Und natürlich bin ich fast geplatzt vor Stolz, als die Dreijährige nach dem ersten Babysitting-Tag bei der Mutter evaluierte: „Die mag ich. Sie darf wiederkommen.“

Überhaupt bin ich stolz darauf, dass die Kinder noch leben und ich offenbar nicht alles falsch gemacht habe. Und gleichzeitig dann doch ein bisschen erleichtert, dass ich noch etwas Zeit habe, mich mit dem Gedanken einmal eigene Kinder zu haben, anzufreunden. Weg ist der Gedanke nicht. Daher war es auch umso schmerzlicher als meine Mutter mir schrieb (als Reaktion auf die gute Nachricht, dass ich nun einen Job in meiner Branche gefunden habe):

„Dass du dich in der Babysitter Rolle nicht wohl fühlst, hatte ich kommen sehen, die „lieben Kleinen“ sind halt nicht so ganz deine Welt. Aber gut, wenn man sowas rechtzeitig merkt ;).“  

Auf die Antwort meiner Frage, ob das etwa bedeute, dass sie mir nicht zutrauen würde, mal eigene „liebe Kleine“ großzuziehen warte ich heute noch…

Jahresrückblick 2011

 

Liebe Leserinnen und Leser. Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein fantastisches 2012.

Ich für meinen Teil habe derzeit das Gefühl, dass es nur besser werden kann. Und Neuanfang fühlt sich gerade nach einer tollen Möglichkeit an einige Dinge enden zu lassen und andere zu ändern. Auch wenn es nur das Jahr ist das abermals neu anfängt. Hier nun für euch mein Jahresrückblick…

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Die erste Jahrehälfte war großartig – mein Auslandsemester in Australien. Mit großem Punkteabzug fürs Mann vermissen. Der Juli war der schönste Monat den ich je hatte – völlig frei und mit Mann quer durchs Outback. Seither fällt es sehr sehr schwer einen normalen Alltag wieder aufzubauen und anzukommen – trotz wunderschöner Wohnung. Was gibt man da für Punkte? 9 bis Juli, 6 danach vielleicht.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen – drei Kilo müssen auf jeden Fall wieder weg. Vielleicht auch mehr. Zumindest die Hosen müssen wieder passen.

3. Haare länger oder kürzer?
Länger – aber mit großer Lust sie wieder abzuschneiden.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleich geblieben – evtl. etwas kurzsichtiger – aber wer hat schon Zeit das testen zu lassen?

5. Mehr Kohle oder weniger?
Viel weniger.

6. Besseren Job oder schlechteren?
 Ich bereue unbedingt mal „was mit Medien“ gemacht haben zu wollen. Arbeitssuchend und dennoch ständig am arbeiten. Das ist der schlechteste Job, den ich je hatte.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
In Australien viel, für die Wohnung viel – jetzt Superschwabe.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen?
Wertvolle Erfahrungen, Anlaufstellen und Freunde in meinem Lieblingsland. Und ein neues Zuhause.

9. Mehr bewegt oder weniger?
In etwa gleich viel. In den vergangenen Wochen das Yoga etwas schleifen lassen – aber das wird dringend wieder geändert.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Viele! Ein neues Land bringt auch viele neue Viren mit sich.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Die schlimmsten sind die, die ich mir selbst zuzuschreiben habe, weil ich zu wenig auf mich achte.

12. Der hirnrissigste Plan?
Einmal quer durch Spanien fahren, um ein paar Kisten abzuholen. Aber wie so oft enden die hinrissigsten Pläne oft in sehr schönen Abenteuern.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
700 Kilometer unbefestigte Straße und viele zu durchquerende Wasserläufe auf der Gibb River Road. Aber hell yeah – es lohnt sich ein Risiko einzugehen!!

14. Die teuerste Anschaffung?
Die neue Wohnung mit allem was dazu gehört.

15. Das leckerste Essen? Das ist sehr schwer. Ich esse nur noch lecker, seit ich in einer Liebeshöhle mit dem Mann wohne. Siehe auch „Zugenommen oder abgenommen“ 😉

16. Das beeindruckendste Buch?
My place von Sally Morgan – ein biographischer Roman von einer starken Aboriginal – aber Achtung: ihr braucht viele Taschentücher – sie alle haben Traurigses zu erzählen…

17. Der ergreifendste Film?
Der Verdingbub. Aber da es den nur in der Schweiz gibt: Ich mochte auch „Zeiten des Aufruhrs“ sehr.

18. Die beste CD?
Natürlich die selbstgebrannte mit Lieblingshits, die einen Monat lang im Outback hoch unter runtergedudelt ist, da es keinen Radioempfang gab.

19. Das schönste Konzert?
War erstaunlicherweise Operngesang: die Abschlussprüfung einer Studienkollegin im Operngesang in Australien.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Dem Mann – zumindest in der zweiten Jahreshälfte. In der ersten wohl mit meinem Mitbewohner.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Dem Mann!

22. Zum ersten Mal getan?
Gästepantoffeln gekauft und sich dabei nur wenig spießig gefühlt. Eine Giftschlange so sehr geärgert, dass sie sich aufgebäumt hat und mit dem größten Fisch der Welt geschwommen.

23. Nach langer Zeit wieder getan?

Einfach nur für mich geschrieben.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Jobverlust und Bewerbungsabsagen.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Von meinem Lieblingsland.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich glaube, das war der selbstgebastelte Kalender mit australischen Vögeln für meine Freundin, die nach Amerika zurück gegangen ist. Zumindest gab das die heftigste Reaktion.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Dass mein 30ster genau so war, wie ich es mir erträumt habe…

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Seit du schreibst, lese ich diese Zeitung wieder gerne…“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Der muss irgendwo in meinem Brief zum 1,5-Jährigen an den Mann gesteckt haben. Nur hat er den jetzt und ich kann ja nicht seine Briefe lesen 😉

30. Dein Wort des Jahres?
Kangaroo

31. Dein Unwort des Jahres?
überqualifiziert

Liebling, wirst auch du ein Brautmonster?

Eine Verlobung platzen zu lassen ist schmerzhaft. Und empfehlen will ich das wirklich niemandem. Aber jede Erfahrung hat auch ihre positiven Seiten. So sehe ich inzwischen das Thema Hochzeit gelassener. Ich weiß, dass ich auch ohne könnte. Und vor allem weiß ich, dass es einfach nicht der perfekte Tag sein muss, der jedem gefällt. Aber auch wirklich jedem.

Ich bin erschrocken, als ich vergangenes Wochenende mitanhören musste, wie  Geburtstagsgäste einer lieben Freundin in deren Hochzeitspläne reinredeten. Die Hochzeitseinladungen seien nicht sonnenblumen-, sondern leider hässlich senfgelb geraten. Sie dürfe auf gar keinen Fall ein ganz schlichtes Kleid tragen, schließlich heirate man doch nur einmal und darf nur einmal wie eine Prinzessin aussehen. Und überhaupt: ob sie sich etwa jetzt, neun Monate vorher, immer noch keine Gedanken über das passende Gefährt, die Sitzordnung und die Gestaltung der Namenskärtchen gemacht hätte. Sie sah erschrocken aus. Besonders, als sie den, ach so lustig gemeinten, Kalender auspackte, in dem genau aufgelistet war, was wann erledigt sein müsste. „Auf was hab ich mich da eingelassen?“ schrie sie stumm. Und mein jüngerer Freund rutschte unruhig hin und her und sah mich verzweifelt an.

„Willst du so nen Scheiß etwa auch mal?“ fragte er mich, als wir später im Bett lagen. Nein. Natürlich nicht. Aber kann ich mir selbst da trauen? Ich habe leider auch an mir selbst Wesenswandlungen während der Verlobung beobachtet. Ich habe mich in Foren angemeldet und mich von wildfremden Hausfrauen ernsthaft beraten lassen, wie ein Ringkissen aussehen müsse und wie lange ein befreundetes Paar schon zusammen sein muss, damit der Partner als plus 1 mit auf die Gästeliste gehört. Von unserem individuellen ursprünglichen Plan, ohne Tamtam, hohe Schuhe, Brautstrauß und Torte zu heiraten, war bald nur noch das rudimentäre Grundgebilde übrig. Immerhin: es sollte auch weiterhin Steak und Grillwürste statt Buffet geben. Aber es war so vieles hinzugekommen, weil man das „eben einfach so machen muss“. Und als Heiratsanfänger glaubt man das den vielen, vielen Beratenden und Reinredenden.

In einem herrlichen Artikel las ich von der Verwandlung der Traumfrau zum Brautmonster. Eine der wenigen Glossen, die kaum überzogen formuliert werden musste. Das haben selbst die Hochzeitsjunkies in meinen diversen Foren so gesehen.

Also, was sagt man nun dem Mann, der neben einem liegt und einen mit großen ängstlichen Augen ansieht? „Nein, natürlich werde ich nicht so!“ Wir wollen ihn ja nicht gleich verschrecken. Meine leisen Zweifel an meiner eigenen Aussage schlucke ich mit dem Gedanken herunter, dass ich es beim nächsten Mal wirklich, wirklich versuchen will. Vielleicht klappt es dann ja auch mit der Hochzeit.