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Verzicht üben

Heute beginnt die Fastenzeit. Erinnert ihr euch? Irgendwas mit Jesus in der Wüste, der nur noch Grillen gegessen hat? Ja, ich im Grunde auch nur vage. Dennoch ist das Thema an mir nie ganz vorbeigegangen. Zumindest eine Spur von „irgendwie würde ich auch gerne mal auf etwas verzichten“ ist immer hängen geblieben. Nicht unbedingt aus religösen Gründen. Vielmehr, weil ich die Dinge wieder spüren möchte, die ich für selbstverständlich halte. Ich möchte mich beobachten und mehr lernen über all meine kleinen Süchte. Deshalb verzichte ich bis Ostern…

1. Auf Alkohol. Ich liebe ein Glas Wein zum Abend. Ich mag auch das leicht besäuselte Gefühl, wenn es mal ein oder zwei mehr waren. Aber geht es auch ganz ohne? Eigentlich denke ich, dass mir dieser Punkt sehr leicht fallen wird – aber wir werden sehen…

2. Auf Fleisch. Schon schwieriger. Vor allem bei der Arbeit kann das ein Problem werden. Denn das Salamiweckchen, dass man sich beim Bäcker für die Pause mitgenommen hat, schmeckt einfach soviel besser als jenes mit synthetischem Käse. Und wenn man in der Mittagspause gemeinsam zu Mr. Wong pilgert, gibt es dort auch meistens was mit Hühnchen. Aber wir haben auch einen Vegetarier im Team – und ich kann mir ja dessen Strategie ein wenig abschauen. Ich bin großer Tierfreund und frage mich auch, ob nicht doch etwas dran ist, an der buddhistischen Idee, dass es uns nicht gut tut, Lebewesen zu töten und zu essen. Das finde ich wahrscheinlich bis Ostern nicht herraus, aber die Idee ohne oder zumindest mit weniger Fleisch zu leben, beschäftigt mich schon sehr lange. Also packe ich doch jetzt einmal die Gelegenheit am Schopfe.

3. Auf Push-Funktionen auf meinem iPhone. Das wird für mich der heftigste Punkt. Ich werde schrecklich nervös, wenn ich nicht immer darüber informiert bin, ob eine Mail, eine Twitternachricht, eine Facebookmessage oder sonst irgendwas für mich vorliegt. Ich will mein Handy nun bewusst auch einmal eine halbe Stunde zur Seite legen können. Denn ich unterbreche mich immer in dem, was ich tue, wenn auf meinem Handy etwas aufpoppt. Es ist mir eine willkommene Abwechslung und Stimmulation. Und mit Schuld daran, dass ich so vieles nicht fertig bekomme – tausend Dinge gleichzeitig anfange, den ganzen Tag hypere und so manchen Abend im Bett liege mit dem unguten Gefühl den ganzen Tag gearbeitet zu haben, ohne wirklich etwas geschafft zu haben. Ich bitte also alle, die auch per Email, Twitter oder sonstwo mit mir in Kontakt stehen um etwas Geduld. Antwort kommt – nur nicht mehr immer sofort, sondern erst, wenn ich mir wieder ein Zeitfenster dafür gönne.

Einen Ausgleich gibt es natürlich auch: täglich mindestens eine Viertelstunde Bewegung, bevorzugt Yoga.

Verzichtet auch ihr? Vielleicht bloggt ihr ja darüber? Wenn ja, postet doch bitte euren Link in meiner Kommentarfunktion. Gemeinsam ist es einfacher und eure Erfahrungen interessieren mich brennend. Auch ich werde hin und wieder kurze Updates über die erste Fasterei meines Lebens posten.