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Jahresrückblick 2014

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?
Eine 7. Ja, die hat das Jahr schon noch verdient. Trotz beruflicher Wirren und eines wirklich miserablen Sommers mit nur einem einzigen Schwum im Rhein.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Ich meide rund um den Jahreswechsel die Waage aber vermutlich hat sich nicht viel verändert.

3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer – seit ein paar Wochen endlich wieder. Kommentar meines Dads: „Ach, du hast die Haare kurz, lässt du grad wachsen, oder?“ Nein, tu ich nicht. Ich fühl mich wohl so. Das bin mehr ich.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Alles beim Alten: -0,75

5. Mehr Kohle oder weniger?
Im Jahresschnitt ein bisschen mehr, im Moment ein bisschen weniger als letzten Dezember

6. Besseren Job oder schlechteren?
Ein Job hat sich verschlechtert, zum Ausgleich habe ich einfach einen zweiten angenommen 😉

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Schuld sind Hund und Hunderquipment (siehe Punkt 14)

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?
Nur Erfahrung – davon aber eine ganze Menge.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Leider viel weniger. Muss mich dringend wieder mehr um meinen Körper kümmern – großer Vorsatz für 2015 zumindest wieder wenigstens einmal die Woche ins Yoga zu gehen.

10. Anzahl der Erkrankungen in diesem Jahr?
Auch das waren wieder mehr als letztes Jahr, leider. Genaue Anzahl kann ich gar nicht sagen. Viele Erkältungen und oft einfach erschöpfte Phasen. Und momentan eine ganz fiese Schuppenflechte 😦

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Im Sommer hatte ich nach Zeckenbissen Fieber und nach einer FSME-Impfung hat es mich dann erst richtig umgehauen. Schlimm fand ich, dass kein Arzt meine Angst ernst genommen und mit mir mal richtig über Borreliose gesprochen hätte. Aber vermutlich war es wohl nur eine Mischung aus Infekt und Unverträglichkeit der Impfung gegenüber. Großer Mist – als Hundebesitzerin sollte ich ja eigentlich die 2. und 3. FSME-Impfung auch noch holen. Aber jetzt fürchte ich mich…

12. Der hirnrissigste Plan?
Per Fernbus nach Leipzig, um dort für die Buchmesse mit 6 mir nur aus dem Internet bekannten Menschen in einer Pension zu wohnen. Aber wie das so oft mit hinrissigen Plänen ist: Sie führen zu den tollsten Erlebnissen.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Zuerst bin ich auf einem aktiven Vulkan spazieren gegangen. Der Etna hat ganz schön gebrodelt und gerülpst, aber am meisten Angst hatte ich davor, dass mich der Wind von der Kante pustet. Einige Tage später haben wir am Fuße der noch viel aktiveren Vulkaninsel Stromboli im schwarzen Vulkansand gelegen. Erst am Abend vom Schiff aus haben wir gesehen, dass dieser sogar Lava spuckte. Ein seltener Anblick, für den ich sehr dankbar bin – aber bei dem mir auch etwas mulmig zumute war.

14. Die teuerste Anschaffung?
Meine Malteserhündin Cita – und ihr ganzes Zubehör. So ist das eben, wenn man sich ein reinrassiges Hündlein mit Papieren zulegt. Eigentlich war das auch gar nicht meine Absicht. Aber ich habe mich eben in die Rasse mit ihrem pflegeleichten und freundlichen Wesen verliebt, und konnte nur wenig Risiko eingehen, einen Hund mit schlimmer Vorgeschichte zu bekommen. Immerhin pendelt Cita mit mir ins Büro. Und dann bin ich erschrocken, was einem so alles angeboten wird, wenn man aktiv einen Hund sucht – zum Beispiel Welpen, die aus dem Auto heraus verkauft werden . Deshalb habe ich mich letztendlich für den Weg zum eingetragenen Züchter entschieden, und lebe nun mit einer kleinen Adeligen, deren Vergangenheit und Vorfahren ich kenne.

15. Das leckerste Essen?
Ich hatte die weltbeste Pizza in einem kleinen Ort auf Sizilien – hauchdünner Boden, Büffelmozzarella, verschiedene Sorten frisches Gemüse und bestes Olivenöl. Es war ein kühler Abend und eigentlich lag das Restaurant nur zufällig auf unserem Heimweg an der Straße. Aber Himmel, diese Pizza!!! Überhaupt isst man auf Sizilien fantastisch – so viele Einflüsse von Küchen aus allen Himmelrichtungen. Und das Gelati schlotzt man nicht, man beisst rein, weil es in einem Brioche – also einem Hefeteigbrötchen trohnt.

16. Das beeindruckendste Buch?
Der Circle von Dave Eggers – bekam ich überraschend zu Weihnachten, nachdem ich schon 100mal gedacht habe, ich müsste das lesen und immer wieder Menschen zu mir sagten: Genau du musst das lesen! In einem Rutsch verschlungen. Großartig!

17. Der ergreifendste Film?
Ich habe sehr wenige Filme gesehen dieses Jahr. Aber bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ habe ich fast so viel geweint wie bei der Romanvorlage.

18. Die beste CD?
Muss ich aussetzen – es gab dieses Jahr keine CD für mich. Nicht einmal als Download. Erst neulich hat mich wieder jemand gefragt, was ich gerne für Musik höre, aber ich höre irgendwie gar keine Musik. Also außer… siehe nächste Frage.

19. Das schönste Konzert?
Ich war auf zwei Backstreet Boys Konzerten in Zürich – das erste war genial, weil ich im Fangraben direkt vor der Bühne und hinterher auf der After-Show-Party mit Meet and Greet war. Das zweite war absolut fantastisch, weil es ein Open Air im Sonnenuntergang mit nur einem ganz kleinen Publikum war – perfekte Wohnzimmeratmosphäre!

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Ich gebe zu: Sorgen. Zum Teil sind die Dinge dann auch so eingetreten, wie befürchtet, aber die Sorgerei im Vornherein ist eigentlich völlig unnötig und belastet nur. Wissen tu ich das – theoretisch.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner kleinen neuen Familie. Es gibt für mich nichts schöneres, als Mann und Hund beim Spielen zuzusehen! Oder stundenlang mit ihnen auf dem Sofa zu kuscheln.

22. 2014 zum ersten Mal gemacht?
Auch in diesem Jahr wieder: eine ganze Menge!
An einem Volkslauf teilgenommen: 10 Kilometer in 66 Minuten 🙂
Mir einen Hund zugelegt
Eine Buchmesse besucht
Gefastet – also drei Tage ganz ohne Nahrung
Einen Vulkan bestiegen
Canoli Ricotta gegessen
Ein Sachbuchkapitel verfasst
Einem Hund das Fell geschnitten
An einer Auftragsforschung mitgearbeitet

23. 2014 nach langer Zeit mal wieder gemacht?
Skigefahren. Und einen Strampelanzug angezogen. Also das erste Mal einen für Erwachsene. Fleece-Flausch von funzee.de – jetzt besteht die Gefahr, dass ich den nie wieder ausziehe.

24. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Krankheiten
Die weltbeste Chefin und den Lieblingskollegen zu verlieren
Auf den Mann zu warten, während er in Vollnarkose an der Schulter operiert wurde

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen kann. Erst hab ich alle anderen überzeugt – und dann musste ich wieder bei mir selbst anfangen. Aber wenn man es dann macht, ist es eigentlich das Selbstverständlichste der Welt

26. Das schönste Geschenk, dass ich jemandem gemacht habe?
Skifahren mit dem Papa – hätte nicht gedacht, dass er sich soooo sehr freut, wenn ich mit ihm auf die Piste gehe.

27. Das schönste Geschenk, dass mir jemand gemacht hat?
Das war ich dieses Jahr selber: absolute Wunscherfüllung mit Cita.

28. Der schönste Satz, den jemand zu dir gesagt hat?
„Ich möchte, dass Sie für mich arbeiten – ich mag Ihre pragmatische Art.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Danke, dass du mich immer so sehr unterstützt!“

30. Dein Wort des Jahres?
Hund

31. Dein Unwort des Jahres?
Natter

32. Deine Lieblingsblogs des Jahres?
Die Möwen vom Schreibwahnsinn lese ich sehr gerne. Spannend für alle, die sich fürs Schreiben interessieren.

33. Zum Vergleich: Verlinke dein Stöckchen vom vorigen Jahr!
Rückblick 2013

Keinen Konsum – Fasten 2014

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Regelmässige Lara-Laune-Lesende (welch Wortschöpfung!) kennen das ja schon. Zur Fastenzeit will ich mein Leben ändern. Nicht aus religiösen Gründen, sondern einfach, weil so ein bisschen Verzicht noch nie geschadet hat und ich daraus schon viel für mein Leben gewonnen habe. Zum Beispiel habe ich mich nach den letzten beiden Fastenperioden entschieden, dass ich wirklich kein Fleisch mehr brauche. Ich wollte schon als Teenager und danach eigentlich immer gerne Vegetarier sein, weil ich Tiere gerne habe. Aber geschafft habe ich es erst nach Ausprobierphasen, in denen ich gespürt habe, dass es wirklich geht.

Was ich sein lasse…

Dieses Jahr schraube ich an meinem Konsumverhalten herum. Die Dinge, die mir zuerst im Weg gestanden sind, dich ich unbedingt haben wollte, habe ich nun einfach vorbestellt. So will ich mir für meine abgegebene Diplomarbeit ein Armbändchen von Tiffanys gönnen. Und zur am Donnerstag erreichten Jogging-Stufe (30 Minuten am Stück – ich blogge bald noch darüber) gibt es für mich eine Pulsuhr, die ich soeben bestellt habe. Das ist ein bisschen tricksen, das gebe ich zu. Aber ohne diese Tricks hätte ich mich ganz gegen die Erfahrung entschieden – und das wäre doch auch schade.

Konsumfasten – für alle, die das noch nicht bei der zauberhaften Frau Buchsaiten gelesen haben – heißt im Grunde, dass man sieben Wochen lang auf alles verzichtet, was man nicht isst oder zur dringenden Körperpflege benötigt. Das wird für mich hart – denn ich bin doch überzeugte Gelegenheitskäuferin. Und Gelegenheiten wird es sicher viele geben in den kommenden Wochen. Auf ein Superschnäppchen zu verzichten tut mir als Halbschwäbin in der Seele weh. Aber genau dieses unbedachte Zugreifen will ich beobachten und mich da besser kennen lernen. Wie schwer fällt es mir, das einfach sein zu lassen? Welche inneren Bedürfnisse befriedige ich mit Spontaneinkäufen? Und natürlich: Lassen die sich nicht anders befriedigen?

Eine Ausnahme wird es geben: Ich gehe kommende Woche auf meine allererste Buchmesse – und wenn ich da ein tolles Buch kaufen und signieren lassen kann, werde ich das tun. Wie schwer oder leicht mir und den anderne TeilnehmerInnen der Verzicht auf Konsum fällt, könnt ihr übrigens auch auf Twitter nachlesen unter #Konsumfasten.

Auch ein bisschen Ernährungswandel gehört für mich wieder zum Fasten. Dieses Jahr:

  • Nur eine Süßigkeit pro Tag
  • Guarana statt Kaffee und Schwarztee (hemmt nämlich auch die Eisenaufnahme nicht)
  • Alkohol nur einmal die Woche

Was ich stattdessen tue…

  • Yoga. Jeden Tag. Wenn es nicht auf die Matte reichen sollte, dann doch zumindest ein paar Minuten Meditation.
  • Schreiben. Ob für den Blog, am Roman, Artikel für Zeitschriften oder einfach nur ein paar Gedanken in den Notizblock. Auch das: täglich.
  • Laufen. Wie gesagt – dazu mehr, wenn ich am Donnerstag tatsächlich mein erstes Ziel erreicht habe. Hier gilt: 3 mal die Woche.

Ich freue mich sehr, wenn ihr mich wieder bei meiner Fasterei begleitet! Und vielleicht regt ja das ein oder andere aus meiner Liste noch mehr Leute an? Morgen, Mittwoch, geht es los. Man darf noch einsteigen und die Regeln bestimmt jeder für sich selbst!

Fastenzeit vorbei – und doch nichts erreicht

Irgendwas ist dieses Jahr gründlich schief gegangen mit der Fasterei. Klar, ich habe auf Fleisch und Alkohol verzichtet. Ja, ich habe tolle neue vegetarische Gerichte genossen und meine Lust auf fleischiges ist noch kleiner geworden, als sie es zuvor war. Und tatsächlich lief es auch in den ersten Wochen mit dem Besinnen und Schreiben sehr gut. Die ersten 20 Roman-Manuskriptseiten stehen wohl auch nur, weil Fastenzeit war.

Über die Wochen hinweg und mit vielen erneuten Lebensumwälzungen ist mir aber das Besinnliche am Fasten verloren gegangen. Insbesondere auf Multi-Tasking zu verzichten wollte mir so gar nicht gelingen. Und da ich nicht selten bis 23 Uhr gearbeitet habe und um 7 wieder auf den Beinen sein musste, ist diesem Durcheinander auch immer häufiger mein Morgenyoga zum Opfer gefallen. Das Ergebnis: unruhiger Geister, schlaflose Nächte – all das, was ich eigentlicht bekämpfen wollte.

Das Erlebnis zeigt mir, dass Fasten als Ernährungsexperiment mir persönlich nicht mehr reicht. Ich wollte die Zeit auch nutzen, um zur Ruhe zu kommen – aber das ist mir leider nicht gelungen. Ich suche also weiter nach kleinen Veränderungen, die helfen, dass ich ruhiger und gelassener werde.  Es fällt mir schwer aus den ruhigen Dingen eine Gewohnheit zu machen, die mir gut tun. Meditieren, Yoga, einfach mal laufen OHNE aufs Handy zu schauen oder ein Hörbuch zu hören, Dinge nacheinander tun.

And the challenge goes on.

Fastenzeit: Auf der Suche nach dauerhaften Veränderungen

Altes abschütteln, Neues entdecken: So stelle ich mir die Fastenzeit vor.

Altes abschütteln, Neues entdecken: So stelle ich mir die Fastenzeit vor.

Schon seit Wochen zerbreche ich mir den Kopf darüber, wie ich dieses Jahr fasten möchte. Für alle die letztes Jahr noch nicht mit dabei waren: Die ursprünglichen katholischen Fastenintentionen treten bei mir etwas in den Hintergrund. Ich nutze die Zeit, um mich einzuschränken und mir aber zum Ausgleich auch bewusst Zeit für Dinge zu nehmen, die mir gut tun. Nur dann habe ich schließlich auch die Chance, etwas aus der Fastenzeit mitzunehmen. Seit der Fastenzeit 2012 jedenfalls bin ich fast zum Ganzjahresvegetarier geworden und Yoga nimmt einen viel wichtigere Rolle in meinem Leben ein als zuvor. Alle Artikel zum Thema Fasten aus dem vergangenen Jahr findet ihr hier – dort fließen auch meine diesjährigen Erlebnisse ein.

Der Plan für dieses Jahr sieht wie folgt aus:

Ab morgen verzichte ich auf…

  • Fleisch (nicht aber Fisch – dem Mann zuliebe, man muss ja auch eine gemeinsame Ernährungsgrundlage finden)
  • Alkohol in jeder Form
  • Süßigkeiten im Übermaß. Das heißt je nur eine süße Kleinigkeit nach Mittag- und Abendessen. Klingt für euch nach viel? Für mich ist es unfassbar wenig und wird mit viel Leid verbunden sein.
  • Multitasking im Haushalt. Das heißt: Jede Aufgabe wird komplett und vor allem achtsam ausgeführt, bevor ich die nächste beginne. Zum Beispiel darf ich nicht mehr weglaufen beim Kochen oder Spülmaschine ausräumen, weil mir gerade etwas Wichtigeres einfällt. Ich konzentriere mich beim Zähneputzen und Haarebürsten vollkommen auf diese Tätigkeit und bleibe dabei präsent im Moment. Kein TV beim Wäschezusammen legen. Erlaubte Ausnahme: Hörbücher beim Putzen. Einfach, weil ich weiß, dass ich sonst gar nicht mehr putzen würde.
  • Push-up Benachrichtigungen auf dem Smartphone. Wenn ich also langsamer bin bei Antworten auf Mails oder Twittermentions – habt Nachsicht: Es ist Fastenzeit.

Ich gönne mir ab morgen…

  • 20 Morgenminuten. Das ist ersmal schrecklich, denn es bedeutet: früher aufstehen. Jeden Morgen. Aber es soll sich lohnen. Das morgendliche Programm beinhaltet: 15 Minuten Yoga und anschließend 5 Minuten Meditation.
  • 15 Minuten Schreibzeit am Abend. Am liebsten für mein literarisches Projekt. Aber weil ich wirklich an dem Schreiben möchte, was mir Freude macht, kann es wahlweise auch mal etwas tagebuchartiges oder hier ein Blogeintrag sein. Hauptsache die Finger fliegen über die Tasten oder der Stift kritzelt auf dem Papier. Denn mal ehrlich: dafür, dass ich nichts kenne, was mich glücklicher macht, schreibe ich eigentlich viel zu wenig…

Das ist also mein Fastenprogramm 2013. Vielleicht ist ja etwas dabei, was euch auch anregt. Lange habe ich überlegt, ob ich nicht beim Konsumfasten von zwei wunderbaren Bloggerinnen mitmache (Infos hier). Aber leider kommt das zeitlich bei mir mehr als ungeschickt, da ich Ende Februar plane meine im Keller verlorene Sommergaderobe, sowie ein schickes Buissinessoutfit für meine Bachelor-Zeugnisüberreichung zu kaufen. Dafür sind die Reisen schon geplant (ich shoppe ja immer woanders…). Aber im kommenden Jahr kann ich mir das auch gut vorstellen.

Ich freue mich, wenn ihr an meinen Fastenerlebnissen teilhabt, mit mir leidet und genießt.

Fastenbrechen in Sicht – ein erstaunlich mulmiges Gefühl

Letztes Fastenmahl

In wenigen Stunden ist es soweit: Mit dem Ostersonntag enden sieben alkohol-, fleisch- und iPhone-Push-Funtkionen-freie Wochen.

„Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl“, meinte der Mann vorhin – und ich muss zugeben, mir geht es nicht anders. Natürlich sind unsere Pläne für das Fastenbrechen auch viel zu extrem. Wir sind zum sechsgängigen Osterbrunch eingeladen – bei einer polnischen Familie. Und so wie ich polnische Feste kenne, sind viel Alkohol und viel Fleisch unverzichtbare Bestandteile. Anschließend stehen zwei meiner Mädels in den Startlöchern, um mit uns abends endlich mal wieder „so richtig feiern zu gehen“. Falls wir bis dahin noch nicht mit Magenverstimmungen und völlig betrunken zusammengebrochen sind. Doch das zu extreme Fastenbrechen ist nicht das einzige, was mir ein mulmiges Gefühl macht.

Die Fastenzeit war erstaunlich bereichernd und hat sich sehr selten nach Verzicht angefühlt. Ich habe die Erfahrung, dass der Mann von sich aus mitmachen und mit mir eine Solidargemeinschaft bilden wollte (trotz ausgeprägter Fleischsucht seinerseits) sehr genossen. Ich habe viele neue Speisen kennengelernt, ein herrliches Kräutergärtchen angepflanzt, viel Zeit draußen verbracht, viel Yoga gemacht und erlebt, dass sogar meine urschwarzwälderische Familie Verständnis für unsere Idee gezeigt hat – auf einem Familienfest mit selbsterlegtem Reh.

Außerdem habe ich viel darüber nachgesinnt, warum es so schwierig ist akzeptiert zu werden, wenn man das geliebte Glas Wein eben nicht mit trinkt, habe erfahren in welchen Restaurants Vegetarier respektiert und gefördert werden und die Ruhe ohne meine ständige iphone-Push-Nachrichten konnte ich  manchmal sogar auch genießen.

Außerdem ist mir gerade beim Fleisch klar geworden: Ich brauche das eigentlich nicht. Im Gegenteil: Ich fühle mich oft künstlich voll nach dem Fleischessen. Und ich liebe doch auch fast alle Tierchen. Der Gedanke, jetzt wieder ein totes Tier zu verspeisen, fühlt sich irgendwie falsch an. Auch wenn ich mich gleichzeitig sehr auf die eher abstrakteren Aufschnitte (Schinken! Salami! Speck!) freue. Aber ob mir so ein ganzes Steak noch schmeckt?

Während ich mit dem Mann das von ihm gekochte (oben abgebildete und unheimlich köstliche) letzte Fastenmahl genoss, haben wir überlegt, wie wir es schaffen, nicht wieder in übermäßigen Fleisch- und Weinkonsum zurückzufallen – obwohl wir wieder „dürfen“. Die Idee sich selbst Obergrenzen zu setzen, behagt ihm nicht so recht. Mein Vorschlag war: Nicht mehr als drei Portionen Fleisch die Woche, wobei auch die Schinkenscheibe auf dem Brötchen als Portion zählt. Und Wein nur am Wochenende. Ich verstehe jedoch sein Unbehagen sich etwas auf Dauer zu verbieten, und eben nicht nur für sieben Wochen. Nur fällt mir nicht so recht ein, wie ich sonst das wundervolle „wir können auch ohne“-Gefühl und eben auch eine gewisse Mässigung erhalten könnte.

Habt ihr eine Idee?

Ich blogge zu lange Beiträge und frage mich gerade, ob die überhaupt jemand bis zum Schluss liest. Wer es geschafft hat, dem gelten nun meine besonders herzlichen Ostergrüße. Genießt die Feiertage auf eure Weise – ob mit oder ohne Fleisch, mit oder Alkohol, der Internetsucht fröhnend oder den PC-versteckend!

Meine ultimative Yoga-DVD-Liste (mit Trailern)

Frau braucht ja Ersatzdrogen. Und da ich derzeit faste, beschäftige ich mich mehr mit Yoga und will euch auch davon profitieren lassen.

Yoga ist ein fester Teil meines Lebens geworden. Und danach sah es beim ersten Versuch wirklich noch nicht aus. Damals fühlte ich mich schlicht zu ungelenk und unesoterisch.

Aber dann kamen die Rückenschmerzen und Rückenyoga half. Es folgte Poweryoga im Unisport und das Training wurde nach und nach zu meinem wöchentlichen Highlight. Heute gehört Yoga für mich zu Alltag – auch wenn ich den Plan, täglich mindestens eine Viertelstunde zu trainieren, nicht immer durchhalte. Aber damit es  fast täglich klappt, brauche ich Trainingsprogramme für zuhause. Und da ich nicht gerne alleine trainiere, habe ich mir viele DVDs und auch eine CD zugelegt. Diese möchte ich euch heute mit meinen Erfahrung vorstellen, da ich weiß, dass sich viele von euch auch für Yoga interessieren. Die Reihenfolge: von der subjektiv besten zur schlechtesten. Wobei mir das Sortieren der ersten DVDs etwas schwer fällt, da sie für unterschiedliche Zwecke jeweils auf ihre Weise großartig sind.

Eins liegt mir noch am Herzen, bevor es losgeht: Ich würde euch dringend raten, nicht einfach eine DVD zu kaufen und loszulegen, sondern zunächst irgendwo einen Kurs oder zumindest eine Schnupperstunde zu besuchen. Die Hände, die euch in die richtige Position drücken, damit ihr auch wisst, wie sich „der herabschauende Hund“ wirklich anfühlen sollte, sind unverzichtbar! Keine Beschreibung der Welt kann sie ersetzen.

Platz 1: Yoga everyday mit Ursula Karven

Sieben 15-Minuten-Programme für das tägliche Training – genau die richtige Länge. Und die meisten Programme gefallen mir auch wirklich gut. Mein persönliches Highlight ist Tag 3 – die Balance-Techniken. Hier habe ich, obwohl ich schon über ein Jahr trainiere, noch neue Positionen wie die „Dancing Shiva“ kennen gelernt. Aber auch Tag 1 ist fantastisch. Einziger Nachteil der DVD: die Übungen werden sehr schnell abgehandelt – mein eigener Yoga-Atemrhythmus, den ich mir in anderen Übungseinheiten angeeignet habe – ist viel langsamer. Und der Atem spielt ja durchaus eine zentrale Rolle im Yoga. Aber so ist das wohl, wenn man möglichst viel Wohltuendes in 15 Minuten packen will. Aus demselben Grund halte ich die DVD auch nicht für geeignet für Anfänger: wenn Positionen nicht lange gehalten werden, können sie auch nicht gut wahrgenommen und korrigiert werden. Für alle anderen: Unbedingte Empfehlung.

Und ein Preistipp: Yoga everyday gibt es auch für 2,99 Euro als iPhone-App. Bei mir allerdings mit einem kleinen Programmierfehler: der Ton läuft nur, wenn die Stöpsel in den Ohren sind (sehr unpraktisch beim Yoga) oder eine Box via Aux-In-Kabel angeschlossen wird.

Hier ein Trailer, für alle die auch noch herausfinden möchten, ob sie Yoga Everyday auch optisch ansprechen würde:

Platz 2: Yoga del Mar mit Ursula Karven

Diese DVD sorgt für brennende Schenkel und zitternde Knie: eine Stunde Poweryoga – entweder im Anfänger- oder im Fortgeschrittenenmodus. Beides ist sehr anstrengend und genau das richtige, wenn man Yoga sehr sportlich üben möchte – zum Beispiel anstatt eine Stunde in Fitnessstudio zu gehen. Muskelkater inklusive. Dazu gibt es wunderschöne Bilder, da direkt am Meer trainiert wird. Da kommt einem das eigene Wohnzimmer dann manchmal schäbig vor.

Aber schaut selbst: Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem Anfängerprogramm:

Platz 3: Rückenyoga  von Anna Trökes

Mit dieser DVD (normalerweise gibt es auch noch ein Buch dazu, aber ich habe nur mit der DVD losgelegt) hat alles angefangen. Denn mit den Übungen, die wirklich gut verständlich, langsam erklärt und nicht zu anstrengend für Yoga-Neulinge sind, habe ich meine Nackenschmerzen mildern können – tja, und schmerzfrei sein macht bekanntlich süchtig. Heute mache ich die Übungen nur noch, wenn ich akut Verspannungen loswerden will oder nicht so wirklich Lust auf Sport habe – an anderen Tagen greife ich lieber zu härteren Mitteln. Aber dennoch eine absolute Empfehlung  für alle die Probleme mit dem Rücken haben. Es gibt ein einstündiges Gesamtprogramm und viele kurze Spezialprogramme. Einziger Wermutstropfen: diese werden einfach aus den Einzelübungen des ganzen Programms zusammengesetzt. So sagt zum Beispiel die Sprecherin in der Morgenübung, dass man die Stellen finden soll, die sich „den Tag über zusammengezogen haben“, was ziemlich irritierend ist und leicht hätte vermieden werden können.

Und hier der Trailer zur DVD (wie gesagt mit Buch erhältlich im Handel):

Platz 4: Yoga for feeling stronger every day mit Yogi Marlon

Diese DVD habe ich mir in Australien nach einem harten Arbeitstag in der Milchshakebar zugelegt – den ganzen Tag stehend Shakes zubereiten, kann einem den Rücken schon ziemlich ruinieren auf die Dauer. Daher ist sie natürlich auf Englisch und meines Wissens gibt es auch keine deutsche Version.

Die Aufnahmen wirken wie mit der Heimvideokamera auf einem schäbigen Teppich im Wohnzimmer gedreht. Aber was man Yogi Marlon lassen muss, ist dass sie jede einzelne Haltung und auch die Yogaatmung werden wundervoll und bis ins Detail erklärt. Daher wäre die DVD eigentlich auch super für Anfänger geeignet – nur sind die 20 bis 25 Minuten-Übungen leider, bis auf die erste vielleicht, für Ungeübte wohl etwas zu heftig – auch wenn Marlon oft auch Alternativen anbietet, die die Positionen etwas erleichtern. Auch übt man am besten, wenn man alleine zuhause ist, denn so manche Hechelübung sollte wohl besser privat bleiben. An Marlon mag ich, dass sie auch etwas exotischere Yogahaltungen mit mir ausprobiert, die ein bisschen mehr Übung erfordern. Die Krähe zum Beispiel. Ich benutze die DVD daher an jenen Tagen, an denen ich kurz, aber intensiver als bei Yoga everyday trainieren möchte.

Einige Ausschnitte aus Yogi Marlons DVDs gibt es auch auf Youtube. Für alle, die nur Reinschnuppern wollen, oder sich vielleicht sogar den UK-Import sparen.

Wie ich gesehen habe, gibt es aber auch für wenige Euro noch  einige gebrauchte Exemplar im Amazon Marketplace.

Platz 5: Power Yoga mit Ursula Karven

Schon wieder Ursula Karven? Das liegt nicht etwa daran, dass ich einen Exklusivvertrag mit der Schauspielerin habe (wäre ja schön…), sondern einfach daran, dass mich Yoga Everyday und Yoga del Mar so überzeugt haben, dass ich mir auch die erste DVD von Frau Karven noch zulegen wollte. Diese hat mich aber ehrlich gesagt etwas enttäuscht: nur ein Übungsprogramm à 51 Minuten und ein bisschen Meditation – das war es. Zudem muss man, bis es mal losgeht mit Turnen, umständlich die Vorstellung der einzelnen Mitwirkenden vorspulen. Und auch bei den Übungen war im Vergleich zu Yoga del Mar dann nichts mehr Neues für mich dabei. Dennoch habe ich die DVD schon einige Male zum Üben benutzt. Sie ist für mich für genau jene Tage das Richtige, an denen ich ein längeres, aber nicht ganz so anstrengends Programm wie Yoga del Mar absolvieren möchte.

Hier noch für euch der Trailer:

Platz 6: Yoga – Fitness und Entspannung – CD und Booklet von Tchibo

Diese CD ist für Anfänger – und ich war ein blutiger, als ich sie mir zugelegt habe – völlig ungeeignet. Heute ist mir zwar klar, welche Haltungen jeweils gemeint sind, aber ich weiß ich leider dennoch nicht, was ich mit der CD anfangen soll, da die Haltungen einfach lieblos aneinander gereiht sind, ohne dass eine harmonische Übungseinheit entsteht. Ein Schnäppchen, das sich nicht lohnt. Also geratet nicht in Versuchung, wenn Tchibo mal wieder Ähnliches anbietet, sondern legt euch lieber etwas Richtiges zu.

Das war meine Zusammenfassung für heute. Da mir beim Üben schnell langweilig wird, probiere ich immer wieder neue DVDs und auch CDs aus. Vielleicht kann es also schon in ein paar Monaten schon die nächste Yogaliste geben. Vielleicht habt ja auch ihr Tipps für mich? Bis dahin viel Spaß beim Üben und Namaste!

Vegetarierin, Antialkoholikerin und iPhone-Einschränkerin auf Zeit – ein Fasten-Zwischenbericht

Auch wenn ich grad wenig zum Bloggen komme, da mein neuer Job mich sehr beansprucht  (aber auch wunderbar aufregend ist), möchte ich doch ein kurzes Fasten-Update machen.

Seit die ersten schlimmen Tage überwunden sind, fällt es eigentlich recht leicht, bei den Gerichten jeweils die vegetarische Variante zu wählen. Aber ich finde es erschreckend, wie viele Restaurants fünf Mittagsgerichte anbieten – und kein einziges davon ist fleischlos! Vegetarische Variante heißt dann leider oft: reiner Beilagenteller und das oft noch ohne Soße, denn in der schwimmt ja das Fleisch. Andererseits habe ich mich zum Beispiel im indischen Restaurant sehr wohl gefühlt, wo tausend verschiedene Aromen auf der Zunge kribbelten und mir geschmacklich rein gar nichts fehlte. Ja, auf der Karte stand sogar provokative „Fleisch ist nur für Bedürftige“. Was natürlich kaum jemand davon abhielt das Curry-Hühnchen zu bestellen. Ich habe mich plötzlich sehr erhaben und edel gefühlt und mein Mahl zur ayurverdischen Kur erklärt.

Derweil bombardiert mich mein Arbeitskollege mit militanten Heftchen, die das Vegetarierdasein anpreisen als die einzig wahre und natürliche Lebensform. Darin steht zum Beispiel, dass Menschen einen typischen Pflanzenfresser und keinen Fleischfresserdarm hätten. Er sieht wohl eine echte Chance, mich als einzige Arbeitskollegin auch zum Vollzeitvegetarierdasein zu bewegen. Ich weiß noch nicht so recht. Spätestens wenn die Grillsaison losginge, würde ich schwach, fürchte ich.

Der Alkoholverzicht fällt mir nicht schwer. Nur würde ich eigentlich gerne mal wieder ausgehen und tanzen – und da habe ich ein wenig Bammel vor, so ganz ohne Alkohol. Ich befürchte, dass ich mich zwischen all den Betrunkenen nicht wohlfühlen würde. Und plötzlich den ganzen Rummel an einem Wochenende in einem Club ziemlich albern fände. Und welche Konsequenz hätte das? Ich würde mich alt fühlen. Das will ja keiner.

Ich muss auch sagen, dass ich mich gesünder fühle, da ich erstaunlich lange schon weder Kopfweh noch irgendwelche Magenbeschwerden hatte. Das kann natürlich Zufall sein oder auch daran liegen, dass ich jetzt meine Achtsamkeit viel mehr als sonst auf meine Ernährung und mein Wohlbefinden richte. Aber ich beobachte das dennoch mal gespannt weiter.

Was meine digitale Abstinenz angeht, muss ich mich wohl tadeln. Dass ich keine Pushfunktionen mehr aktiviert habe, führt nicht im geringsten dazu, dass ich seltener Emails, Twitter und Facebooknachrichten checke. Auch das iPhone mal eine halbe Stunde in einen anderen Raum zu legen, stehe ich kaum durch. Da habe ich wohl eindeutig das größte und hartnäckigste Suchtpotential entwickelt.

Die Reaktionen auf meine Fasterei waren bisher durch die Bank positiv. Nur bei einem Freund habe ich leichte Kritik herausgehört, dass es beim Fasten doch um mehr gehe als um Ernährung und mein Wohlbefinden – ihm fehlt bei mir die religiöse Komponente. Braucht es diese denn, um Verzicht zu üben?