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Jahresrückblick 2014

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?
Eine 7. Ja, die hat das Jahr schon noch verdient. Trotz beruflicher Wirren und eines wirklich miserablen Sommers mit nur einem einzigen Schwum im Rhein.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Ich meide rund um den Jahreswechsel die Waage aber vermutlich hat sich nicht viel verändert.

3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer – seit ein paar Wochen endlich wieder. Kommentar meines Dads: „Ach, du hast die Haare kurz, lässt du grad wachsen, oder?“ Nein, tu ich nicht. Ich fühl mich wohl so. Das bin mehr ich.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Alles beim Alten: -0,75

5. Mehr Kohle oder weniger?
Im Jahresschnitt ein bisschen mehr, im Moment ein bisschen weniger als letzten Dezember

6. Besseren Job oder schlechteren?
Ein Job hat sich verschlechtert, zum Ausgleich habe ich einfach einen zweiten angenommen 😉

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Schuld sind Hund und Hunderquipment (siehe Punkt 14)

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?
Nur Erfahrung – davon aber eine ganze Menge.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Leider viel weniger. Muss mich dringend wieder mehr um meinen Körper kümmern – großer Vorsatz für 2015 zumindest wieder wenigstens einmal die Woche ins Yoga zu gehen.

10. Anzahl der Erkrankungen in diesem Jahr?
Auch das waren wieder mehr als letztes Jahr, leider. Genaue Anzahl kann ich gar nicht sagen. Viele Erkältungen und oft einfach erschöpfte Phasen. Und momentan eine ganz fiese Schuppenflechte 😦

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Im Sommer hatte ich nach Zeckenbissen Fieber und nach einer FSME-Impfung hat es mich dann erst richtig umgehauen. Schlimm fand ich, dass kein Arzt meine Angst ernst genommen und mit mir mal richtig über Borreliose gesprochen hätte. Aber vermutlich war es wohl nur eine Mischung aus Infekt und Unverträglichkeit der Impfung gegenüber. Großer Mist – als Hundebesitzerin sollte ich ja eigentlich die 2. und 3. FSME-Impfung auch noch holen. Aber jetzt fürchte ich mich…

12. Der hirnrissigste Plan?
Per Fernbus nach Leipzig, um dort für die Buchmesse mit 6 mir nur aus dem Internet bekannten Menschen in einer Pension zu wohnen. Aber wie das so oft mit hinrissigen Plänen ist: Sie führen zu den tollsten Erlebnissen.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Zuerst bin ich auf einem aktiven Vulkan spazieren gegangen. Der Etna hat ganz schön gebrodelt und gerülpst, aber am meisten Angst hatte ich davor, dass mich der Wind von der Kante pustet. Einige Tage später haben wir am Fuße der noch viel aktiveren Vulkaninsel Stromboli im schwarzen Vulkansand gelegen. Erst am Abend vom Schiff aus haben wir gesehen, dass dieser sogar Lava spuckte. Ein seltener Anblick, für den ich sehr dankbar bin – aber bei dem mir auch etwas mulmig zumute war.

14. Die teuerste Anschaffung?
Meine Malteserhündin Cita – und ihr ganzes Zubehör. So ist das eben, wenn man sich ein reinrassiges Hündlein mit Papieren zulegt. Eigentlich war das auch gar nicht meine Absicht. Aber ich habe mich eben in die Rasse mit ihrem pflegeleichten und freundlichen Wesen verliebt, und konnte nur wenig Risiko eingehen, einen Hund mit schlimmer Vorgeschichte zu bekommen. Immerhin pendelt Cita mit mir ins Büro. Und dann bin ich erschrocken, was einem so alles angeboten wird, wenn man aktiv einen Hund sucht – zum Beispiel Welpen, die aus dem Auto heraus verkauft werden . Deshalb habe ich mich letztendlich für den Weg zum eingetragenen Züchter entschieden, und lebe nun mit einer kleinen Adeligen, deren Vergangenheit und Vorfahren ich kenne.

15. Das leckerste Essen?
Ich hatte die weltbeste Pizza in einem kleinen Ort auf Sizilien – hauchdünner Boden, Büffelmozzarella, verschiedene Sorten frisches Gemüse und bestes Olivenöl. Es war ein kühler Abend und eigentlich lag das Restaurant nur zufällig auf unserem Heimweg an der Straße. Aber Himmel, diese Pizza!!! Überhaupt isst man auf Sizilien fantastisch – so viele Einflüsse von Küchen aus allen Himmelrichtungen. Und das Gelati schlotzt man nicht, man beisst rein, weil es in einem Brioche – also einem Hefeteigbrötchen trohnt.

16. Das beeindruckendste Buch?
Der Circle von Dave Eggers – bekam ich überraschend zu Weihnachten, nachdem ich schon 100mal gedacht habe, ich müsste das lesen und immer wieder Menschen zu mir sagten: Genau du musst das lesen! In einem Rutsch verschlungen. Großartig!

17. Der ergreifendste Film?
Ich habe sehr wenige Filme gesehen dieses Jahr. Aber bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ habe ich fast so viel geweint wie bei der Romanvorlage.

18. Die beste CD?
Muss ich aussetzen – es gab dieses Jahr keine CD für mich. Nicht einmal als Download. Erst neulich hat mich wieder jemand gefragt, was ich gerne für Musik höre, aber ich höre irgendwie gar keine Musik. Also außer… siehe nächste Frage.

19. Das schönste Konzert?
Ich war auf zwei Backstreet Boys Konzerten in Zürich – das erste war genial, weil ich im Fangraben direkt vor der Bühne und hinterher auf der After-Show-Party mit Meet and Greet war. Das zweite war absolut fantastisch, weil es ein Open Air im Sonnenuntergang mit nur einem ganz kleinen Publikum war – perfekte Wohnzimmeratmosphäre!

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Ich gebe zu: Sorgen. Zum Teil sind die Dinge dann auch so eingetreten, wie befürchtet, aber die Sorgerei im Vornherein ist eigentlich völlig unnötig und belastet nur. Wissen tu ich das – theoretisch.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner kleinen neuen Familie. Es gibt für mich nichts schöneres, als Mann und Hund beim Spielen zuzusehen! Oder stundenlang mit ihnen auf dem Sofa zu kuscheln.

22. 2014 zum ersten Mal gemacht?
Auch in diesem Jahr wieder: eine ganze Menge!
An einem Volkslauf teilgenommen: 10 Kilometer in 66 Minuten 🙂
Mir einen Hund zugelegt
Eine Buchmesse besucht
Gefastet – also drei Tage ganz ohne Nahrung
Einen Vulkan bestiegen
Canoli Ricotta gegessen
Ein Sachbuchkapitel verfasst
Einem Hund das Fell geschnitten
An einer Auftragsforschung mitgearbeitet

23. 2014 nach langer Zeit mal wieder gemacht?
Skigefahren. Und einen Strampelanzug angezogen. Also das erste Mal einen für Erwachsene. Fleece-Flausch von funzee.de – jetzt besteht die Gefahr, dass ich den nie wieder ausziehe.

24. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Krankheiten
Die weltbeste Chefin und den Lieblingskollegen zu verlieren
Auf den Mann zu warten, während er in Vollnarkose an der Schulter operiert wurde

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen kann. Erst hab ich alle anderen überzeugt – und dann musste ich wieder bei mir selbst anfangen. Aber wenn man es dann macht, ist es eigentlich das Selbstverständlichste der Welt

26. Das schönste Geschenk, dass ich jemandem gemacht habe?
Skifahren mit dem Papa – hätte nicht gedacht, dass er sich soooo sehr freut, wenn ich mit ihm auf die Piste gehe.

27. Das schönste Geschenk, dass mir jemand gemacht hat?
Das war ich dieses Jahr selber: absolute Wunscherfüllung mit Cita.

28. Der schönste Satz, den jemand zu dir gesagt hat?
„Ich möchte, dass Sie für mich arbeiten – ich mag Ihre pragmatische Art.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Danke, dass du mich immer so sehr unterstützt!“

30. Dein Wort des Jahres?
Hund

31. Dein Unwort des Jahres?
Natter

32. Deine Lieblingsblogs des Jahres?
Die Möwen vom Schreibwahnsinn lese ich sehr gerne. Spannend für alle, die sich fürs Schreiben interessieren.

33. Zum Vergleich: Verlinke dein Stöckchen vom vorigen Jahr!
Rückblick 2013

Hundeerziehung ist, wenn die Nachbarn nicht mehr mit dir reden

Große Liebe

Große Liebe

Ende August ist mein größter Wunsch in Erfüllung gegangen und Cita trat in mein Leben. Seither gibt es viele durchflauschte Stunden, sehr viel Glück, aber natürlich auch stressige Momente und Unsicherheiten. Wie das eben so ist, wenn man für ein anderes Lebewesen Verantwortung übernimmt und alles unbedingt richtig machen will.

Das fängt schon bei der Erziehung an. Da ich keine Hundeerfahrung und auch keinen Kontakt zu anderen Herrchen und Frauchen in meiner Stadt hatte, habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen und eine Hundetrainerin ausgewählt, die sehr gut zu mir passt. Die Wellenlänge stimmt und sie beobachtet mich und Cita liebevoll und streng.

Eine Regel, die sie mir auf den Weg gab, war den Kontakt mit anderen Hunden an der Leine erst einmal zu meiden. Weil Cita dazu tendiert, sich  machomäßig aufzuführen – besonders den Hunden gegenüber, die etwa 5 mal so groß sind wie sie. Ich war schockiert, als ich das hörte. Nicht einmal schnuppern sollte sie dürfen? Gar nie nicht? „Jetzt zieh das einfach mal vier Wochen durch – dann kann es schon ganz anders aussehen“, meinte meine Trainerin. Und Google sei Dank, wusste ich auch schon bald, dass die „kein Kontakt an der Leine“-Regel viele gute Gründe hat. Dass die Körpersprache der Hunde eingeschränkt ist und daher die Kommunikation mit anderen nicht funktioniert zum Beispiel. (Mehr dazu steht hier.)

Guten Mutes beschloss ich die Regel umzusetzen und erklärte auch meinen Nachbarn, deren Hunde bisher ausgiebig an Cita schnüffeln durften, dass das jetzt erstmal ein Ende habe. Aber sie könnten gerne mit mir die paar Meter zum Feld mitkommen, wo unsere Hunde gemeinsam frei herumspringen und spielen dürfen. Ich redete mir den Mund fusselig, als ich ihre enttäuschten Gesichter sah.

„Aber mein Hund tut doch nix!“

„Ja, aber MEINER zickt.“

„Ach, macht meinem nichts aus.“

„Das mag sein – aber sie gewöhnt es sich an und dem nächsten Hund macht es vielleicht schon etwas aus…“ Und so weiter und so fort.

Als ich den Hündeler-Nachbarn das nächste Mal begegnete, standen sie schon in einer Gruppe zusammen und tuschelten. Schließlich nahmen sie mich ins Gebet. „Also das ist doch neumodisch. Meine Schule macht das ja ganz anders.“

„Ich verstehe das ja, wenn das ihre Trainerin sagt, aber überlegen sie doch mal…“

Wieder ließ ich mich auf Diskussionen ein. Erst als eine Nachbarin meinte, ich würde meinen Hund „sozial isolieren“, nur weil ich auf Kontakt ohne Leine bestünde, wurde es mir zu bunt, und ich verdrückte mich mit einem kurzen „einen schönen Tag noch.“

Anschließend brummte ich nur noch „kein Kontakt an der Leine!“, wenn mir jemand entgegenkam. Manchmal war das aber auch gar nicht nötig, weil sich meine Schandtat herumgesprochen hatte und mir bisher fremde Menschen zu ihren Hunden sagten „nein, du darfst da nicht hin – der darf keinen Kontakt haben.“  Die besagten Nachbarn erwiderten keinen Gruß mehr und zogen auch in einer lokalen Tierfreunde-Gruppe auf Facebook über mich und meine Trainerin her.

Die vier Wochen sind jetzt  um und waren sehr wirksam, so dass ich Cita jetzt auch an der Leine wieder mit ausgesuchten Hunden schnüffeln und pfoteln lassen kann. Die Nachbarn haben davon natürlich nichts mitgekriegt – sie wechseln bei einer Begegnung noch immer die Straßenseite.

Mit Smalltalk voll ins Fettnäpfchen

Ich mag keinen Smalltalk. Wobei nicht mögen eigentlich untertrieben ist: Ich KANN keinen Smalltalk. Stell eine neue Person vor mich hin und schon nach wenigen Minuten werde ich ihr eine sehr persönliche und sehr tief gehende Frage stellen – was mal sehr gut, mal überhaupt nicht ankommt.

Letzte Woche wurde mir der Studienkollege eines Freundes vorgestellt – und man stand so rum mit Sekt in der Hand – eine typische Smalltalk-Gelegenheit eben. Ich entdeckte einen Ring an seiner rechten Hand und wunderte mich etwas – er sah noch sehr jung aus. Ein Freundschaftsring ist in der Schweiz nichts seltenes – aber eben an der linken Hand.Der Beziehungsstand ist kein allzu intimes Thema, wenn man ihn schon so offen an der Hand trägt, befand ich. Und fragte als, ob er schon verheiratet sei.

Er, lächelnd: Nein.

Ich: Aber warum trägst du dann den Ring an der rechten Hand?

Der Freund springt helfend ein: Weißt du, wenn man schon acht Jahre in einer Beziehung ist..

Ich: Verstehe.

Und hake noch einmal nach: Nach wievielen Jahren hat der Ring denn bei dir so die Hand gewecheselt?

Er: Er war immer an der rechten.

Da dieses Thema nicht allzu ergiebig schien, wechselten wir dann also hin zu einem anderen. Auf der Heimfahrt dann fragte mich mein Kollege, ob ich denn so hätte auf diesem Thema rumhacken müssen.

Ich: Hab ich doch gar nicht – wieso?

Er: Ja, hast du nicht gesehen, dass er ihn links gar nicht hätte tragen können, den Ring?

Ich: Nein, wieso denn?

Er: Weil ihm dort zwei Finger fehlen.

Alltagsironie: Meine Rollersturzanekdote

Es war ja nicht so, dass mein Vater mich noch gewarnt hätte: Ja niemals Roller fahren, wenn es glatt sein könnte. Aber es war früh am Morgen, ich hatte es eilig und wer mit dem Fahrstuhl einfach nur in die Tiefgarage fährt, sieht ja auch gar nicht, dass es draußen schneit.

Jedenfalls passierte es schon in der zweiten Kurve – noch in Sichtweite von Zuhause. Der Roller rutschte einfach so unter mir weg und der Versuch ihn mit Knien und Füßen schon im Fall wieder aufzurichten scheiterte. Da lag ich – auf der eisigen Straße mitsamt Roller am Boden.

Voller Adrenalin riss ich das Gefährt wieder nach oben (wer hätte gedacht, dass ich soviel Kraft habe?) und wollte schon weiterfahren, da standen zwei Männer vor mir und redeten auf mich ein: „Geht es dir wirklich gut? Zeig mal deine Knie? Bist du ganz sicher, dass du weiterfahren willst?“

Ich stand wohl unter Schock, denn mein einziger Gedanke war: Ich muss zur Arbeit! Also stammelte ich: „Jaja, ist eben nur ein bisschen glatt heute…“

Plötzlich blickten die Männer schuldbewusst zu Boden: „Wir sind ja dran – wir können nur nicht überall gleichzeitig sein.“

Verwirrt schaute ich auf und suchte mit meinem Blick nach dem Fahrzeug, aus dem die Männer gestiegen waren, um mich zu versorgen. Es war ein Streufahrzeug.