Archiv der Kategorie: Laras Leben

Jahresrückblick 2015

Ich blogge ja sonst nicht viel – aber den Jahrerückblick lasse ich mir nicht nehmen – das ist so ein wuderbares Rückbesinnen. Und wie ich aus der Statistik entnehme auch bei euch recht beliebt.

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?
Ganz schwierig. Hatte markerschütternde Tiefs. Aber auch gelernt, damit umzugehen – und insgesamt war ich tatsächlich einen Großteil des Jahres sehr ruhig und außergewöhnlich zufrieden. Das ist auch was wert, oder? Also eine 7.

2. Zugenommen oder abgenommen?
In etwa gleich viel – aber gewogen wird erst im Januar wieder 😉

3. Haare länger oder kürzer?
Länger. Unabsichtlich aber irgendwie auch okay so. Mal wieder wachsen lassen und dann wieder abschneiden.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Alles beim Alten: -0,75 – gerade kam eine neue Brille an und ich bin ganz verliebt. Ich habe den Gang zum Optiker nie leiden können, weil man da eine große Entscheidung in kurzer Zeit und ohne die Beratung von Freunden treffen muss. Das Bestellen und in Ruhe daheim rumprobieren liegt mir viel mehr!

5. Mehr Kohle oder weniger?
Gleich geblieben – mit hin und her hüpfenden Prozentzahlen im Job.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Derselbe Job, aber die Arbeit dort hat sich verbessert. Den Zweitjob habe ich daher kündigen können.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Puh. Ich glaube, ich gebe gerade ziemlich viel aus. Gerade der Geschenkekauf hat mir dieses Jahr einfach soviel Spaß gemacht…

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?
Einen Roman in einer Buchbloggerverlosung. Und eine Yoga-DVD zum Muttertag für meine Mama. Meine vielen Versuche mit digitalen Adventskalender-Verlosungen blieben leider erfolglos.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr. Ich habe eine Yogaausbildung begonnen und demzufolge war ich pro Woche etwa an 6 von 7 Tagen auf der Matte. Ich hab das echt gebraucht – und brauche es noch immer.

10. Anzahl der Erkrankungen in diesem Jahr?
Nicht so viele – war ja ein schön warmes Jahr. Vielleicht ein, zwei Erkältungen und insgesamt halt immer mal wieder Neuro-Schübe. Aber ansonsten kann ich mich an nicht viel erinnern. Oft war es sogar so, dass das halbe Büro krank war und ich durchgehalten habe!

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Ehrlich gesagt das überlastete Handgelenk – das ist schon sehr lästig, wenn du viel Yoga machen möchtest…

12. Der hirnrissigste Plan?
Meinen Geburtstag an den vielleicht einzigen zwei kalten Tagen des ganzen Sommers auch noch ausgerechnet in den Bergen zu verbringen. Tja…

13. Die gefährlichste Unternehmung?
1 Woche im Dschungel ohne jeglichen Telefon/Handy/etc.-Emfang. Für mich schon relativ heavy. Aber habe ich natürlich überstanden…

14. Die teuerste Anschaffung?
Keine „Anschaffung“ im klassischen Sinne, sondern eher eine Investition – in den Beginn meiner Yogalehrerausbildung. Leider musste ich sie abbrechen, weil es für mich nicht mehr gestimmt hat. Aber ich hoffe, nächstes Jahr mein Plätzchen zu finden. Und ich habe zumindest für mich viel gelernt. Außerdem habe ich 170 Euro für einen Pullover ausgegeben, nachdem ich sehen konnte, wie toll er bei manomama.de produziert wird. Den muss ich jetzt eben ein Leben lang tragen 🙂

15. Das leckerste Essen?
Im Dschungel hat eine thailändische Familie für mich gekocht – das war natürlich der Hammer. Außerdem erinnere ich mich gerne an ein Käsefondue im Juli in Gerardmer mit Münster-Käse, Forelle in Mirabellen-Sauce im Tessin und des Mannes Spekulatius-Tiramisu!

16. Das beeindruckendste Buch?
War eines, das ich zuerst gar nicht lesen wollte. Ich hatte einen Vortrag bei einer Gruppe Senioren gehalten und zum Dank schenkte mir einer sein Lieblingbuch: „Im Keller“ von Jan Phillip Reemtsma – er schreibt über seine Entführung und was da unten in der Isolation mit seinem Verstand passiert. Finde es extrem beeindruckend, wie er so ein heftiges Erlebnis in Worte fassen kann.

17. Der ergreifendste Film?
„Verstehen Sie die Béliers?“ – was hab ich geweint, als die Tochter gesungen hat…

18. Die beste CD?
Das fällt mir ja jedes Jahr leicht, da ich mir pro Jahr höchtens eine kaufe… diesmal den Soundtrack zum oben genannten Film.

19. Das schönste Konzert?
Ich war leider auf keine Konzert dieses Jahr. Der Mann und ich hatten nur eines auf dem Plan – und stattdessen sind wir lieber früh ins Bett. Ups. Klingt nach einem Vorsatz fürs nächste Jahr, oder?

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeit und Yoga

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner kleinen Familie – dem Mann und Sukhi. Wir sind einfach nur noch mit kleiner weißer Fellnase komplett. Und mit Yoga.

22. 2015 zum ersten Mal gemacht?
Ein Zeitschriftendossier geschrieben, ehrenamtlich Kleider sortiert, an einem Yogaretreat teilgenommen, eine e-Book-Veröffentlichung geplant, Mantras gesungen, Mandalas gemalt, um ein mir wirklich nahestehendes Lebewesen getrauert, auf einer Intensivstation gebangt, eine Näherei besucht.

23. 2015 nach langer Zeit mal wieder gemacht?
Ein ehrliches Gespräch mit dem Chef geführt (mit gutem Ausgang), Urlaub mit einer Freundin.

24. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Citas Unfall.
Bangen um meinen Vater auf der Intensivstation.
Von einer Lehrerin enttäuscht zu werden.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Eine Freundin, die ganz am Boden war, dass sie ihre Masterarbeit doch noch schaffen wird. Und sie hat es geschafft!

26. Das schönste Geschenk, dass ich jemandem gemacht habe?
War eigentlich eher eine Kleinigkeit, aber sie hat für große Freude gesorgt: Hatte für ein Yogawochenende meiner Freundin, die keine Zeit mehr hatte und krank war, ein Vesper- und Survival-Paket geschnürt.

27. Das schönste Geschenk, dass mir jemand gemacht hat?
Das gerettete Leben von meinem Papa. Hat uns meine Mama geschenkt!

28. Der schönste Satz, den jemand zu dir gesagt hat?
„Das ist wirklich ein Nachschlagewerk für die Ewigkeit, was du da geschaffen hast.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Du bist unser persönliches Weihnachtswunder.“

30. Dein Wort des Jahres?
Yoga

31. Dein Unwort des Jahres?
Tod

32. Deine Lieblingsblogs des Jahres?
Leider gab es dieses Jahr keinen, der für mich wirklich herausgestochen ist – auch wenn ich viel in Blogs gelesen habe. Aber meistens waren halt nur 1 oder 2 Artikel für mich interessant dort.

33. Zum Vergleich: Verlinke dein Stöckchen vom vorigen Jahr!
Rückblick 2014

Danke, Cita <3

IMG_6843Wenn Dinge zu Ende gehen, denken wir an ihren Anfang. Vielleicht ist das so, weil wir mit Anfängen besser umgehen können, als mit Dingen die enden. Besonders, wenn es wundervolle Dinge sind und das Ende viel zu früh kommt.

Seit du am vergangenen Freitag unsere Welt verlassen hast, meine Cita, muss ich jedenfalls ständig an die ersten Tage denken. An diesen Bildern halte ich mich fest. Ich hoffe, dass sie bleiben. Und dass sie die Bilder von deinem Unfall ersetzen werden. Irgendwann. Denn ich möchte dich als liebendes Eisbärchen in Erinnerung behalten.

Mein erstes Bild ist eines vom Juni vergangenen Jahres, als wir die Züchterin besuchten, um dich kennen zu lernen. Ich versuchte, nicht zu emotional zu werden. Mich nicht schon vor Ort zu entscheiden und zu verlieben, weil ich ja ach so vernünftig sein wollte. Erst im Anschluss sachliche Gespräche mit dem Mann führen. Wir das Für und Wider einer Bauchentscheidung besprechen. Was für ein absurder Gedanke eigentlich. Waren wir doch schon einmal so weit gekommen und saßen hier: streichelten dich! Und ich lies den Gedanken deshalb auch in dem Moment los, als ich dich, liebe Cita, von meinem Schoß auf den des Mannes setzte, und du ihn ganz vorsichtig beschnuppert hast – mit einem Blick der ihn direkt ins Herz traf. “ Oh. Du bist ja aber eine Charmeurin“, sagte er. Und irgendwie war es dann klar.

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Short dog, long hair.

Auf dem zweiten Bild in meiner Erinnerung sitzt du auf meinem Schoß. Und zwar auf der Rückbank in unserem Auto. Zuhause warten allein fünf Fressnäpfe, unzählige Spielsachen, flauschige Körbchen und Decken auf dich. Ganz ehrlich Cita: Du hast ausgesehen wie der typische Omahund, als wir dich holten. Das fast 30 Zentimeter lange Fell überall. Die Körperhaltung aufrecht und stolz wie bei einer Zuchtschau und dann diese fürchterliche rote Schleife, die dir die Haare aus der Stirn hielt. Aber das habe ich alles nicht gesehen. Bei mir kam nur an, dass du mich die ganze Fahrt über beobachtet – mit deinen riesigen dunklen Knopfaugen. Die kleine Zunge hing aus deinem Mund: Stresshecheln. Unter meine Vorfreude mischte sich ein schlechtes Gewissen, dass ich dich mit knapp über einem Jahr aus deinem Rudel herausnahm. Aber dort gab es für eine Hündin mit großem Charakter und kleinem Schönheitsfehler keinen Platz mehr. Und ich hatte so lange auf dich gewartet und gehofft. Ich habe dich ununterbrochen gestreichelt und mir selbst geschworen, dir zu zeigen, wie aufregend ein Hundeleben auch ausserhalb des Rudels sein kann. Mit dir alles zu entdecken. Dabei habe ich damals noch nicht einmal geahnt, wie wenig du bisher von der Welt gesehen hast. Dass du die Küche für deine Toilette und den Garten für den Rest der Welt gehalten hattest. Weißt du noch, als du das erste Mal eine Fährte aufnehmen konntest? Schnuppern und laufen, ohne dir dabei selbst auf das Fell zu treten? Von da an hast du dein Näschen fast gar nicht mehr von Boden entfernt. Ich hoffe, du würdest mir zustimmen, dass das den stressigen Friseurbesuch wert war.

Ja, wir haben deine Welt auf den Kopf gestellt – und ich bin so dankbar und glücklich, dass du mich von Anfang an zu deinem Anker, deiner Sicherheit in dieser neuen Welt gewählt hast. Und glaub uns: Du hast unser Leben kaum weniger verkehrt. Am Anfang haben wir kaum zu sprechen gewagt, weil wir nicht zu laut sein wollten. Wir lauschten stattdessen auf das Trappeln deiner Pfoten und flüsterten: „Wo ist sie jetzt?“ Dass du so unsicher warst, selbst vor dem Geräusch eines Rolladens zurückgezuckt bist, hat auch uns verunsichert. Besonders der Mann hat darunter gelitten, dass du ihn so beängstigend groß fandest, dass du sogar meintest, mich vor ihm beschützen zu müssen. Wir wollten so sehr alles richtig machen für dich! Das hat mich zu Beginn fast gelähmt. Ich erinnere mich an den leicht amüsierten Blick der Hundetrainerin, als sie uns das erste Mal erlebte und sich unsere Sorgen anhörte: Laufstreik. Alle vier Pfoten bremsend ausgestellt.  „Ja, woher soll sie sich auch sicher sein, dass sie mit euch mitkommen kann, wenn ihr da selber gar nicht so sicher seid?“, sagte sie. Wie recht sie hatte. Und die Arbeit begann.

Das verschlagene "das Sofa gehört nur mir"-Gesicht

Das verschlagene „das Sofa gehört nur mir“-Gesicht

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass wir nun dir etwas beibringen würden. Aber Cita, die Wahrheit ist: Du warst unsere Lehrerin. Du hast uns gezeigt, dass man nur mit Geduld und nur, wenn man selbst daran glaubt, etwas erreicht. Dass ruhig und souverän zu sein soviel mehr bringt, als  aufgeregt und laut. Du hast uns beigebracht, dass jeder Morgen, an dem man sich wieder sieht, ein Grund zur Freude ist. Und dass nichts – absolut gar nichts – ein Problem ist, so lange man nur in der Nähe der Liebsten ist. Wenn ich bei der Arbeit kurz vor dem durchdrehen war, habe ich zu dir geschaut und deine kleine Palme hat sofort rhythmisch hin- und herzuwedeln begonnen. So lange das so war, was sollte mir da passieren? Ich hatte  im Vorfeld große Angst davor, Verantwortung zu übernehmen. Doch kaum warst du da und hast mich gebraucht, war es für mich das Selbstverständlichste der Welt, für dich zu sorgen. Deine Bedürfnisse über meine zu stellen. Ich war stolz darauf. Ich war deine Mama. Das war eine neue Seite an mir und ich danke dir, dass ich sie durch dich kennen lernen durfte.

Und auch wenn du es gar nicht gerne gesehen hast, wenn der Mann und ich uns geküsst oder gestreichelt haben – und in diesem Moment weniger Aufmerksamkeit für dich hatten – hast du auch den Mann und mich sehr viel näher zusammengebracht. Du hast mir Seiten an ihm gezeigt, die ich immer vermutet hatte. Wenn er, der große Mann, sich stundenlang zu dir herunter auf den Boden kniete, um dir mühsam mit dem Klicker eine Rechtsrolle beizubringen. Wenn du ihm stundenlang spielerisch in die Hand beissen durftest, bis dort kleine blaue Flecken entstanden. Wenn er heim kam und ihr BEIDE wie Teenager gequiekt habt vor Wiedersehensfreude. Ja, dann habe ich ihn noch mehr geliebt als je zuvor. Weil wir dich gemeinsam so sehr liebten.

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Die schönsten Momente waren die, in denen wir beide gelächelt haben.

Cita, habe ich dir das oft genug gesagt? Aus Menschensicht, habe ich es vermutlich häufiger gesagt, als es die meisten für normal oder gesund halten würden. Aber was wissen schon Menschen. Du hast mir mit jedem Blick gesagt, dass du mich liebst. Und ich habe versucht, es so gut ich hinterher kam, zu beantworten. Ich bin sehr froh, dass ich es auch letzten Freitag, bei unserem morgendlichen Wachknuddelritual gesagt habe. Auch so etwas, was mir unglaublich fehlt. Und ein Bild, das ich behalten möchte: Ich schlürfe verschlafen aufs Sofa, um dort mit voller 3-Kilo-Wucht angesprungen zu werden, weil du schon so so lange neben dem Bett darauf gewartet hattest, dass ich endlich die Augen aufschlage, dich ansehe, kuscheln komme.

Das Bild, das ich aus deinen letzten Lebenswochen mitnehme, ist ein ganz anderes. Eine andere Cita. Und das nicht nur, weil du ein Schneenäschen warst. So heißen – auch das habe ich neu gelernt – Hunde deren Nase im Winter heller ist als im Sommer. Von deiner anfänglichen Unsicherheit war keine Spur mehr zu sehen. Ja, du bist uns ziemlich auf der Nase herumgetanzt – verzeih, wenn ich das so deutlich sagen muss. Auch hier denke ich wieder an unsere Hundetrainerin, die mir prophezeite, dass es bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis der Hund wirklich angekommen ist, und man seinen wahren Charakter sieht. Dein wahrer Charakter war wild. Verspielt wie ein Welpe. Übermütig und selbstsicher. Auch weil du überzeugt davon warst, dass wir schon auf dich aufpassen würdest. Du hast riesengroße Hunde herausgefordert, um dich dann schnell hinter meinen Beinen zu verstecken. Wir waren so gespannt auf die kommenden Monate und hatten so große Lust darauf, mit dir zu arbeiten. Ich will dich nicht anlügen: Wir wären wohl strenger mit dir geworden. Aber nie böse – da kannst du dir sicher sein! Jetzt, da du auch Sprungkraft und Ausdauer aufgebaut hattest, wollten wir endlich lange Touren mit dir machen.  Und wir hatten schon überlegt, wie wir dich zum Rheinschwimmen überreden würden – natürlich mit Babyschlauchboot im Schlepptau, falls du müde werden würdest.

Foto 15.01.15 16 12 56Am letzten Freitag habe ich unterschätzt, wie unberechenbar deine Bewegungen und Ideen geworden sind. Ich hatte zu sehr die alte Cita im Kopf, die tapfer Würstchen und duftendes Futter ignorierte, nur um brav neben mir herzulaufen und mich anzusehen. Es tut mir so leid Cita. Ich höre wieder und wieder, dass es keine Schuld gibt, und dass dein Tod vielleicht einen höheren Zweck hatte. Aber welchen Zweck soll es gehabt haben, dir dein junges Leben zu entreissen und uns einander? Hat mich jemand gefragt, ob ich bereit bin, diesen Preis zu zahlen? Egal für was? Oder dich?

Jetzt weine ich schon wieder – und das wollte ich eigentlich nicht. Ich wollte, über die schönen Bilder sprechen, die mir bleiben. Und deshalb schließe ich jetzt. Und zwar damit, wie oft du mich zum Lachen gebracht hast. Hundebesitzer kennen das vielleicht: Man steht auf einer Wiese und lacht schallend über die neueste Idee des kleinen Begleiters. Und Spaziergänger laufen vorbei, gehen langsamer, weil sie wissen möchten, was so witzig ist. Sie entdecken aber nichts, was sie auch nur im geringsten komsich finden, und laufen schließlich kopfschüttelnd weiter. Zuletzt ist mir das mit dir vor zwei Wochen passiert. Du warst mit deiner Pfote aus deinem Mäntelchen geschlüpft und ich beschloss, es dir ganz auszuziehen, da es draussen viel wärmer war, als ich vermutet hatte. Doch kaum hatte ich dir den Mantel, der noch an der Flexileine hing, über den Kopf gezogen, hast du danach geschnappt. Und gezerrt wie ein Großer! Bis zum Leinenstopp. Dann rutschte dir der Mantel aus den Zähnen und surrte an der Leine zurück zu mir. Was für ein Spaß! Hinterhergejagt, zugepackt, rausgezerrt, weggesurrt – so ging das bestimmt zehn Minuten. Was ein tolles Spiel, was für eine Show, für ein Hündchen, das bisher weder apportieren noch jagen wollte!

IMG_20150215_142620Meine Cita. Auch kleine Hunde hinterlassen eine große Leere. Aber du hinterlässt so viel mehr. Ich danke dir für jeden Moment. Du wirst für immer in meinem Herzen sein. Mein Stinkerchen, mein Eisbärchen, mein Baby.

Zuhören – oder lachen

Neulich an der Coop-Kasse:

Ich packe eilig meine Mittagessenutensilien in meine Tasche und sehe aus dem Augenwinkel, wie die Kassiererin den Kassenzettel abreisst, um ihn mir zu reichen.

„Danke, brauche ich nicht“, erwidere ich.

Dann hebe ich den Kopf und sehe, wie mich zwei Augen verunsichert und etwas ungläubig anblicken.

Was war schief gegangen?

Nunja, die Kassiererin hatte ihre übliche Reihenfolge unterbrochen und mich eben nicht gefragt, ob ich die Quittung brauche, sondern mir einen „wunderschönen Tag“ gewünscht.

Mein „Danke, brauche ich nicht“ kam da vielleicht ein klitzekleines Bisschen schroff rüber. Oder aber die Kassiererin war schlicht neidisch auf jemanden wie mich, der gute Wünsche gar nicht nötig hat, weil er auch so gute Tage hat.

Jedenfalls habe ich nun immer etwas zu lachen, wenn ich an diese Situation denken muss. Und dadurch wird tatsächlich jeder Tag ein bisschen besser.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Tag!

Jahresrückblick 2014

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?
Eine 7. Ja, die hat das Jahr schon noch verdient. Trotz beruflicher Wirren und eines wirklich miserablen Sommers mit nur einem einzigen Schwum im Rhein.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Ich meide rund um den Jahreswechsel die Waage aber vermutlich hat sich nicht viel verändert.

3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer – seit ein paar Wochen endlich wieder. Kommentar meines Dads: „Ach, du hast die Haare kurz, lässt du grad wachsen, oder?“ Nein, tu ich nicht. Ich fühl mich wohl so. Das bin mehr ich.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Alles beim Alten: -0,75

5. Mehr Kohle oder weniger?
Im Jahresschnitt ein bisschen mehr, im Moment ein bisschen weniger als letzten Dezember

6. Besseren Job oder schlechteren?
Ein Job hat sich verschlechtert, zum Ausgleich habe ich einfach einen zweiten angenommen 😉

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Schuld sind Hund und Hunderquipment (siehe Punkt 14)

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?
Nur Erfahrung – davon aber eine ganze Menge.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Leider viel weniger. Muss mich dringend wieder mehr um meinen Körper kümmern – großer Vorsatz für 2015 zumindest wieder wenigstens einmal die Woche ins Yoga zu gehen.

10. Anzahl der Erkrankungen in diesem Jahr?
Auch das waren wieder mehr als letztes Jahr, leider. Genaue Anzahl kann ich gar nicht sagen. Viele Erkältungen und oft einfach erschöpfte Phasen. Und momentan eine ganz fiese Schuppenflechte 😦

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Im Sommer hatte ich nach Zeckenbissen Fieber und nach einer FSME-Impfung hat es mich dann erst richtig umgehauen. Schlimm fand ich, dass kein Arzt meine Angst ernst genommen und mit mir mal richtig über Borreliose gesprochen hätte. Aber vermutlich war es wohl nur eine Mischung aus Infekt und Unverträglichkeit der Impfung gegenüber. Großer Mist – als Hundebesitzerin sollte ich ja eigentlich die 2. und 3. FSME-Impfung auch noch holen. Aber jetzt fürchte ich mich…

12. Der hirnrissigste Plan?
Per Fernbus nach Leipzig, um dort für die Buchmesse mit 6 mir nur aus dem Internet bekannten Menschen in einer Pension zu wohnen. Aber wie das so oft mit hinrissigen Plänen ist: Sie führen zu den tollsten Erlebnissen.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Zuerst bin ich auf einem aktiven Vulkan spazieren gegangen. Der Etna hat ganz schön gebrodelt und gerülpst, aber am meisten Angst hatte ich davor, dass mich der Wind von der Kante pustet. Einige Tage später haben wir am Fuße der noch viel aktiveren Vulkaninsel Stromboli im schwarzen Vulkansand gelegen. Erst am Abend vom Schiff aus haben wir gesehen, dass dieser sogar Lava spuckte. Ein seltener Anblick, für den ich sehr dankbar bin – aber bei dem mir auch etwas mulmig zumute war.

14. Die teuerste Anschaffung?
Meine Malteserhündin Cita – und ihr ganzes Zubehör. So ist das eben, wenn man sich ein reinrassiges Hündlein mit Papieren zulegt. Eigentlich war das auch gar nicht meine Absicht. Aber ich habe mich eben in die Rasse mit ihrem pflegeleichten und freundlichen Wesen verliebt, und konnte nur wenig Risiko eingehen, einen Hund mit schlimmer Vorgeschichte zu bekommen. Immerhin pendelt Cita mit mir ins Büro. Und dann bin ich erschrocken, was einem so alles angeboten wird, wenn man aktiv einen Hund sucht – zum Beispiel Welpen, die aus dem Auto heraus verkauft werden . Deshalb habe ich mich letztendlich für den Weg zum eingetragenen Züchter entschieden, und lebe nun mit einer kleinen Adeligen, deren Vergangenheit und Vorfahren ich kenne.

15. Das leckerste Essen?
Ich hatte die weltbeste Pizza in einem kleinen Ort auf Sizilien – hauchdünner Boden, Büffelmozzarella, verschiedene Sorten frisches Gemüse und bestes Olivenöl. Es war ein kühler Abend und eigentlich lag das Restaurant nur zufällig auf unserem Heimweg an der Straße. Aber Himmel, diese Pizza!!! Überhaupt isst man auf Sizilien fantastisch – so viele Einflüsse von Küchen aus allen Himmelrichtungen. Und das Gelati schlotzt man nicht, man beisst rein, weil es in einem Brioche – also einem Hefeteigbrötchen trohnt.

16. Das beeindruckendste Buch?
Der Circle von Dave Eggers – bekam ich überraschend zu Weihnachten, nachdem ich schon 100mal gedacht habe, ich müsste das lesen und immer wieder Menschen zu mir sagten: Genau du musst das lesen! In einem Rutsch verschlungen. Großartig!

17. Der ergreifendste Film?
Ich habe sehr wenige Filme gesehen dieses Jahr. Aber bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ habe ich fast so viel geweint wie bei der Romanvorlage.

18. Die beste CD?
Muss ich aussetzen – es gab dieses Jahr keine CD für mich. Nicht einmal als Download. Erst neulich hat mich wieder jemand gefragt, was ich gerne für Musik höre, aber ich höre irgendwie gar keine Musik. Also außer… siehe nächste Frage.

19. Das schönste Konzert?
Ich war auf zwei Backstreet Boys Konzerten in Zürich – das erste war genial, weil ich im Fangraben direkt vor der Bühne und hinterher auf der After-Show-Party mit Meet and Greet war. Das zweite war absolut fantastisch, weil es ein Open Air im Sonnenuntergang mit nur einem ganz kleinen Publikum war – perfekte Wohnzimmeratmosphäre!

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Ich gebe zu: Sorgen. Zum Teil sind die Dinge dann auch so eingetreten, wie befürchtet, aber die Sorgerei im Vornherein ist eigentlich völlig unnötig und belastet nur. Wissen tu ich das – theoretisch.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner kleinen neuen Familie. Es gibt für mich nichts schöneres, als Mann und Hund beim Spielen zuzusehen! Oder stundenlang mit ihnen auf dem Sofa zu kuscheln.

22. 2014 zum ersten Mal gemacht?
Auch in diesem Jahr wieder: eine ganze Menge!
An einem Volkslauf teilgenommen: 10 Kilometer in 66 Minuten 🙂
Mir einen Hund zugelegt
Eine Buchmesse besucht
Gefastet – also drei Tage ganz ohne Nahrung
Einen Vulkan bestiegen
Canoli Ricotta gegessen
Ein Sachbuchkapitel verfasst
Einem Hund das Fell geschnitten
An einer Auftragsforschung mitgearbeitet

23. 2014 nach langer Zeit mal wieder gemacht?
Skigefahren. Und einen Strampelanzug angezogen. Also das erste Mal einen für Erwachsene. Fleece-Flausch von funzee.de – jetzt besteht die Gefahr, dass ich den nie wieder ausziehe.

24. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Krankheiten
Die weltbeste Chefin und den Lieblingskollegen zu verlieren
Auf den Mann zu warten, während er in Vollnarkose an der Schulter operiert wurde

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen kann. Erst hab ich alle anderen überzeugt – und dann musste ich wieder bei mir selbst anfangen. Aber wenn man es dann macht, ist es eigentlich das Selbstverständlichste der Welt

26. Das schönste Geschenk, dass ich jemandem gemacht habe?
Skifahren mit dem Papa – hätte nicht gedacht, dass er sich soooo sehr freut, wenn ich mit ihm auf die Piste gehe.

27. Das schönste Geschenk, dass mir jemand gemacht hat?
Das war ich dieses Jahr selber: absolute Wunscherfüllung mit Cita.

28. Der schönste Satz, den jemand zu dir gesagt hat?
„Ich möchte, dass Sie für mich arbeiten – ich mag Ihre pragmatische Art.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Danke, dass du mich immer so sehr unterstützt!“

30. Dein Wort des Jahres?
Hund

31. Dein Unwort des Jahres?
Natter

32. Deine Lieblingsblogs des Jahres?
Die Möwen vom Schreibwahnsinn lese ich sehr gerne. Spannend für alle, die sich fürs Schreiben interessieren.

33. Zum Vergleich: Verlinke dein Stöckchen vom vorigen Jahr!
Rückblick 2013

Hundeerziehung ist, wenn die Nachbarn nicht mehr mit dir reden

Große Liebe

Große Liebe

Ende August ist mein größter Wunsch in Erfüllung gegangen und Cita trat in mein Leben. Seither gibt es viele durchflauschte Stunden, sehr viel Glück, aber natürlich auch stressige Momente und Unsicherheiten. Wie das eben so ist, wenn man für ein anderes Lebewesen Verantwortung übernimmt und alles unbedingt richtig machen will.

Das fängt schon bei der Erziehung an. Da ich keine Hundeerfahrung und auch keinen Kontakt zu anderen Herrchen und Frauchen in meiner Stadt hatte, habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen und eine Hundetrainerin ausgewählt, die sehr gut zu mir passt. Die Wellenlänge stimmt und sie beobachtet mich und Cita liebevoll und streng.

Eine Regel, die sie mir auf den Weg gab, war den Kontakt mit anderen Hunden an der Leine erst einmal zu meiden. Weil Cita dazu tendiert, sich  machomäßig aufzuführen – besonders den Hunden gegenüber, die etwa 5 mal so groß sind wie sie. Ich war schockiert, als ich das hörte. Nicht einmal schnuppern sollte sie dürfen? Gar nie nicht? „Jetzt zieh das einfach mal vier Wochen durch – dann kann es schon ganz anders aussehen“, meinte meine Trainerin. Und Google sei Dank, wusste ich auch schon bald, dass die „kein Kontakt an der Leine“-Regel viele gute Gründe hat. Dass die Körpersprache der Hunde eingeschränkt ist und daher die Kommunikation mit anderen nicht funktioniert zum Beispiel. (Mehr dazu steht hier.)

Guten Mutes beschloss ich die Regel umzusetzen und erklärte auch meinen Nachbarn, deren Hunde bisher ausgiebig an Cita schnüffeln durften, dass das jetzt erstmal ein Ende habe. Aber sie könnten gerne mit mir die paar Meter zum Feld mitkommen, wo unsere Hunde gemeinsam frei herumspringen und spielen dürfen. Ich redete mir den Mund fusselig, als ich ihre enttäuschten Gesichter sah.

„Aber mein Hund tut doch nix!“

„Ja, aber MEINER zickt.“

„Ach, macht meinem nichts aus.“

„Das mag sein – aber sie gewöhnt es sich an und dem nächsten Hund macht es vielleicht schon etwas aus…“ Und so weiter und so fort.

Als ich den Hündeler-Nachbarn das nächste Mal begegnete, standen sie schon in einer Gruppe zusammen und tuschelten. Schließlich nahmen sie mich ins Gebet. „Also das ist doch neumodisch. Meine Schule macht das ja ganz anders.“

„Ich verstehe das ja, wenn das ihre Trainerin sagt, aber überlegen sie doch mal…“

Wieder ließ ich mich auf Diskussionen ein. Erst als eine Nachbarin meinte, ich würde meinen Hund „sozial isolieren“, nur weil ich auf Kontakt ohne Leine bestünde, wurde es mir zu bunt, und ich verdrückte mich mit einem kurzen „einen schönen Tag noch.“

Anschließend brummte ich nur noch „kein Kontakt an der Leine!“, wenn mir jemand entgegenkam. Manchmal war das aber auch gar nicht nötig, weil sich meine Schandtat herumgesprochen hatte und mir bisher fremde Menschen zu ihren Hunden sagten „nein, du darfst da nicht hin – der darf keinen Kontakt haben.“  Die besagten Nachbarn erwiderten keinen Gruß mehr und zogen auch in einer lokalen Tierfreunde-Gruppe auf Facebook über mich und meine Trainerin her.

Die vier Wochen sind jetzt  um und waren sehr wirksam, so dass ich Cita jetzt auch an der Leine wieder mit ausgesuchten Hunden schnüffeln und pfoteln lassen kann. Die Nachbarn haben davon natürlich nichts mitgekriegt – sie wechseln bei einer Begegnung noch immer die Straßenseite.

Fleißiges Mädchen

Am Wochenende saß ich vor meinem Lieblingscafé, las in einem wissenschaftlichen Buch und machte mir Notizen. Leckereien, nettes Personal, flauschige Kissen und Fleecedecken sorgen dafür, dass es einer der gemütlichsten Orte überhaupt ist. Zugegeben, mein Lieblingsplatz dort ist recht exponiert: Es ist ein Strandkorb, der am Rande der Fußgängerzone steht. Den ein oder anderen neugierigen Blick muss man also in Kauf nehmen.

Ich sah die ältere Frau, die direkt in meinem Korb schaute, zunächst nur aus dem Augenwinkel. Doch dann blieb sie stehen und streckte den Kopf zurück über den Rand in meinen Korb hinein. Als ich aufblickte, nickte sie anerkennend.

„Na, sie sind aber fleißig!“

„Ja, natürlich“, stammelte ich und suchte nach etwas, was ich hinzufügen konnte. Sollte ich ihr erklären, was ich da tat? Sollte ich betonen, dass es für junge Leute heute kein Wochenende mehr gab? Sollte ich ihr sagen, dass ich hier freiwillig las – das nichts für die Uni, sondern nur etwas für mich war? Stimmte das überhaupt?

Da ich nichts hinzufügte, verschwand die Frau nach einem erneuten Nicken. Was blieb, war der Schreck über mein Gefühl. Es war der Stolz einer Sechsjährigen, die von ihrer Großmutter für erledigte Hausaufgaben oder eine gute Note gelobt worden war. Und alles, was ich hatte hinzufügen wollen, wäre doch nichts anderes gewesen, als das Heischen nach weiterer Anerkennung, nach mehr Lob für meine exponierte Fleißigkeit.

Dabei bin ich erwachsen und erfahren genug, um zu wissen, dass Fleiß keine Tugend ist. Dass er häufig eine Falle ist, in die besonders Frauen tappen. Fleißige Bienchen, die arbeiten ohne sich aufzulehnen. Ich habe genug darüber gelesen und reflektiert. Bei einem Lob für die Fleißigkeit sollten daher alle Alarmglocken angehen.

Und je länger ich nun über die Strandkorbesituation nachdenke, desto unmöglicher finde ich das Verhalten der alten Frau. Der Kommentar dieser Dame war anmaßend. Ich bin eben NICHT ihr Enkelkind, sondern eine Fremde. Was gibt ihr das Recht, meine Samstagnachmittagtätigkeit zu beurteilen, ja implizit sogar Aussagen über mein Wesen zu machen?

Aber just in dem Moment, in dem eine ältere Dame mich lobt, ist all das unbedeutend. Ich schrumpfe zusammen auf mein kindliches Bedürfnis nach Anerkennung. Ich freue mich, ich werde rot. Und ich will danke sagen. Danke, Oma.

Von Null auf 30 in vier Monaten – Fitnessziel erreicht

Als wir letzten Sommer auf die wundervolle Blümlisalp krakselten stellte ich fest, dass ALLE, die ich zu dieser Wanderung eingeladen hatte, eine bessere Kondition hatten als ich. Und das, obwohl ich doch so viel und so fleißig Yoga machte. Das war unangenehm – vor allem als Organisatorin dieses Trips. Aber was soll ich sagen? Sportlich war ich noch nie. Fitness stets ein weit entferntes Ziel.

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Ich heute. Direkt nach meinem ersten 30-Minuten-Lauf.

Dann erzählte mir eine Arbeitskollegin davon, dass sie – die ein Leben lang keinen Sport gemacht hat – sich plötzlich daran nervte, dass sie so außer Atem war, wenn sie zur Tram (für die Deutschen: zur Straßenbahn) rennen musste. Also begann sie mit dem Joggen. Ganz sanft, Schritt für Schritt. Und inzwischen rennt sie eine halbe Stunde. Ich war fasziniert und fühlte mich verstanden.

Mit einem fixen Plan zu trainieren liegt mir – da gibt es kein Entkommen. Die Termine sind gesetzt und wenn ich mir mal etwas vornehme, dann beisse ich mich da – meistens – auch durch. Also begann ich mit dem Lauftraining nach dem absoluten Anfängerplan von lauftipps.ch.

Dabei wechseln sich Laufsequenzen mit Gehsequenzen ab – und die Laufsequenzen werden immer länger. Trainiert wird 3 mal die Woche. Schon das erste Intervall mit 2 Minuten Joggen brachte mich völlig aus der Puste! Und dann nach einigen Tagen zickten auch noch die Knie herum. „Langsamer! Weniger! Längere Pausen!“, sagten Freunde, die es wissen mussten. Wie mich das nervte! Ich hatte doch einen Plan! Aber ich war brav und lief wirklich immer erst dann weiter, wenn das Knie nicht mehr schmerzte. Offenbar musste sich mein Körper auch erst einmal an diese neue Last gewöhnen.

Der dreiwöchige Vietnamurlaub brachte mich weiter in Verzug – denn dort zu joggen, war wirklich kein Spaß – ich habe es wenige Male durchgezogen und danach stundenlang Staub ins Taschentuch gehustet. Zurück zu Hause musste ich also wieder etwas zurückspringen in meinem Trainingsplan. Aber immerhin – dann kam nichts mehr in den Weg und ich konnte mein Training durchziehen.

Heute war es soweit! Ich bin das erste Mal 30 Minuten am Stück gelaufen. Ein tolles Gefühl! Auch wenn ich zwischendurch immer wieder stark daran zweifelte durchzuhalten, war ich doch am Ende kaum rot im Gesicht und stoppte nach exakt 30 Minuten und 6 Sekunden meinen Lauf mit dem Gefühl „also ein bisschen weiter hätte ich schon noch können…“

Die schönste Belohnung für mein Training hatte ich bereits vergangenes Wochenende: Nach sieben Jahren stand ich das erste Mal wieder einige Stunden auf den Skiern – und hatte danach KEINEN Muskelkater. Wenn das nicht für meinen neuen Fitnessstand spricht? So kenne ich mich wirklich nicht! Ob ich wohl auf meine „alten Tage“ noch sportlich werde?

Denn morgen oder übermorgen sollte dann auch meine zweite Belohnung in meiner Packstation liegen. Eine Pulsuhr! (Bestellt VOR dem Konsumfasten ;-))Ich mache weiter. Und im zweiten Trainingsplan – der mich ganz allmählich Richtung 60 Minuten Joggen führt – muss ich dann auch auf meinen Puls achten. Das wird mir ohnehin nicht schaden – denn in letzter Zeit bin ich sehr ehrgeizig geworden und immer noch schneller gelaufen.

Das Laufen tut mir gut – besonders bei der Arbeit in der Mittagspause genieße ich es wenigstens einmal am Tag in der Sonne zu sein. Und es ist toll auch im Winter draussen zu sein ohne zu frieren. Nur zur Gewichtsreduktion führt die Lauferei bei mir irgendwie nicht. Im Gegenteil: Ich habe Heißhunger – und zwar immer! So habe ich bereits 2 Kilo zugenommen. Aber ich hoffe jetzt einfach, dass mein Körper da schon irgendwie weiß, was er tut und sich das auch wieder normalisiert.

Vielleicht habe ich ja auch euch ein bisschen Lust gemacht – es ist tatsächlich möglich Laufen zu lernen – auch für Unsportliche wie mich 🙂