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Blogger für Flüchtlinge – zeigt, dass wir die Mehrheit sind!

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Ich äussere mich selten politisch. Aber ich kann richtig wütend werden, wenn ich Ungerechtigkeit erlebe. Vor etwa anderthalb Jahren habe ich ein Diplom in einem Studiengang erhalten, der sich mit Konflikten – insbesondere internationalen – auseinandersetzt. Ich bin naiv dort hinein gegangen, habe ich doch zuvor meist innerlich abgeschalten, wenn es in den Nachrichten um Kriege und Probleme ging, die allzu weit weg schienen. Was ich im Studium gelernt habe, hat mich aber aufgerüttelt. Mir ist bewusst geworden, wie extrem ungerecht die Welt ist, wie sehr wir andere Länder ausbeuten und Kriege in anderen Staaten befeuern und dulden. Alles nur um unseren Lebensstandard zu halten.

Nun kommen einige dieser Abermillionen Menschen hierher, auf deren Kosten wir in den vergangenen Jahrzehnten gelebt haben. Ganz ehrlich: Ich würde es sverstehen, wenn sie bis unter die Zähne bewaffnet und voller Wut hier auftauchen würden. Aber sie kommen entkräftet und sie suchen Hilfe. Sie suchen ein einfacheres Leben, Sicherheit, ein Auskommen. Sie wollen ihre einfachen Grundbedürfnisse befriedigen.

Und was ihnen hier entgegen schlägt, ist blosser Hass. Wer seid ihr, ihr so genannten Asylkritiker, dass ihr ihnen ein menschenwürdiges Leben verwehren wollt? Und warum ist es in Deutschland tatsächlich möglich, ungestraft Hassparolen zu verbreiten,  Notunterkünfte anzuzünden?

Es ist Zeit, dass wir alle, die schweigende Mehrheit, die diesen Hass NICHT duldet, den Mund aufmachen. Und zum Glück passiert das an immer mehr Stellen. Nach dem Shitstorm kommt der Lovestorm und er verbreitet sich wie eine Lawine. Jeder von uns kann etwas tun.

Schritt 1: Stellung beziehen!
Das ist der wichtigste, aber auch der schwierigste Schritt. Denn mit so großartigen Aktionen wie Blogger für Flüchtlinge overbreitet sich die Botschaft, dass wir Menschen in Deutschland den Hass nicht dulden, wie ein Lauffeuer. Spread the word! Jeder Blogleser in Deutschland sollte bescheid wissen! Und nutzt doch auch die tolle Postkartenaktion von Blogger für Flüchtlinge und schreibt den Flüchtlingen (kostenlos!), damit sie wissen, dass es Menschen gibt, die an ihrer Seite stehen und mit ihnen fühlen. Noch wichtiger aber ist, dass ihr auch ausserhalb des Internets Stellung bezieht, wenn wieder irgendwo ganz unauffällig ein Spruch gegen „die Ausländer“ oder „die Schmarotzer“ fällt. Es darf einfach nicht sein, dass solche Kommentare unerwidert stehen bleiben und sich eine rassistische Grundtendenz verbreitet.

Schritt 2: Helfen
Jeder kann etwas tun. Ich schreibe euch einfach kurz auf, was ich tue – aber es gibt so viele Spenden-, Sammel- und Hilfsaktionen, dass ich überzeugt davon bin, dass jeder das Richtige für sich finden wird.

Dass ich meine Kleider, unbenötigte Schreibwaren und Kosmetika in das Asylbewerberheim vor Ort bringe, war für mich schon lange eine Selbstverständlichkeit. Erst kürzlich habe ich aber entschieden, dass ich meine Bücher, CDS und Klamotten diesmal gebraucht verkaufe. Das Geld spende ich dem örtlichen Freundeskreis Asyl, die gute Ideen haben und jede Hilfe benötigen, da natürlich auch unsere Notunterkunft hier überfüllt ist. Da es mir gerade beruflich gut geht, lege ich den Betrag, den ich für die Sachen erhalte, noch einmal obendrauf.

Ausserdem denke ich darüber nach, wie ich mit den Dingen, die ich gut beherrsche eine Hilfe sein kann – welche Talente habe ich und wie kann ich sie für die Flüchtlinge nutzen? Eine Idee kitzelt mich seit Wochen – aber sie ist noch nicht ausgereift genug, als dass ich darüber sprechen kann.

Mich beschäftigt auch, dass ich nicht erst dann helfen will, wenn die Menschen hier ankommen. Daher überlege ich internationale Flüchtlingshilfsorganisationen wie die der UNO zu unterstützen. Was ich zusammen bekomme, möchte ich halbieren: 50 Prozent für die Hilfe vor Ort und 50 Prozent für die Hilfe an anderen Orten.

Ich glaube, dass Heribert Prantl recht hat, wenn er schreibt, dass unsere Generation sich einmal daran messen lassen muss, wie wir mit den Flüchtlingen umgegangen sind, die zu uns kamen. Also lasst uns ein Stück Geschichte schreiben, auf das unsere Kinder und Enkel stolz sein können!